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Gibt es mehrere Wege zu Gott?

Ist es Anmaßung oder Wahrheit, wenn Jesus Christus sagt: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, und, niemand kommt zum Vater, außer durch mich.” ?

Als Jesus bei der “Tempelreinigung” (siehe Johannes 2,18-22) gefragt wurde, mit welcher Berechtigung er das alles tue, antwortete er: “Reißt diesen Tempel nieder, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.” Er meinte nicht den steinernen Tempel der Juden, sondern den Tempel seines Leibes. Seine Auferstehung von den Toten zeigt später seine göttliche Souveränität und Wahrhaftigkeit. Wer – außer ihm – war je in der Lage, mit einer solchen Authentizität aufzutreten?

Es geht nicht darum, bestimmte Religionen herabzusetzen – Jesus hat in Wirklichkeit keine neue Religion gegründet. Jesus ist der Einzige, der von Gott kam: “Gott hat niemand jemals gesehen. Der eingeborene Sohn, der an der Brust des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.” (Johannes 1,18).

Nur dieser Eine kann den Menschen aller Religionen sagen, wie Gott wirklich ist und auf welchem Weg sie zu ihm gelangen können. Darum haben seine Jünger/Nachfolger die Aufgabe, ihn (Christus), – bei allem Respekt vor den Religionen – als den einzigen Weg zu Gott zu verkünden.

Christliche Mission ist heutzutage verpönt und in den Augen vieler – auch in den Augen mancher Christen – nicht mehr “zeitgemäß”. Nicht wenige frönen einem religiösen Relativismus, der alle Religionen als mehr oder minder gleichwertig betrachtet. Dies ist ein bequemer Weg, der nach Aussage Jesu und der Bibel nicht zum Ziel führt.

Die Wahrheit war schon immer unbequem; dies haben der Sohn Gottes und viele seiner Nachfolger bis heute am eigenen Leib erfahren.  - Schon die Propheten des Alten Bundes hat man umgebracht, weil sie unbequeme Wahrheiten verkünden mussten. Die falschen Propheten, die dem Volk schmeichelten, ließ man unbehelligt. Auch heute ist es so, dass aktuelle “Propheten” angegriffen und beleidigt werden, während die Angreifer triumphieren. Man denke an die Menschenrechtsverteidiger in Ländern mit autoritären Regimen, man denke auch an aktive Christen, die sich hierzulande für das ungeborene Leben einsetzen, oder sich kritisch zur Homosexuellen-Lobby äußern. Missionarische Christen wurden kürzlich im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) zusammen mit islamischen Selbstmordattentätern in einem Atemzug genannt.

Zu begrüßen ist, dass die Kirchen – voran Papst Benedikt XVI. – sich (wieder) eindeutig zur Mission bekennen (Der Missionsauftrag Jesu Christi war zu keinem Zeitpunkt aufgehoben, auch nicht durch das Zweite Vatikanische Konzil. Der dort angestrebte Dialog mit den Religionen ist aber ein anderer Weg der Verkündigung).

Auszug aus einem Interview von Idea mit Dekan Dr. Michael Diener (Präses der geistlichen Reformbewegung “Gnadau”):

Idea: Ein heiß umstrittenes Thema ist der interreligiöse Dialog, der häufig unter der Voraussetzung durchgeführt wird, dass keine Religion die alleinige Wahrheit für sich beanspruchen darf. Dem müßten Sie als Evangelikaler – so bezeichneten sie sich bei Ihrer ersten Predigt als Präses – ja eigentlich vehement widersprechen…

Diener: Das tue ich auch! Doch zunächst: Am Gespräch mit Vertretern anderer Religionen ist überhaupt nichts auszusetzen. Wir sollten dabei erreichen, dass wir einander besser verstehen und dass von keiner Religion Gewalt und Zwang ausgehen darf. Andererseits will ich als Christ dabei auch bekennen, was Jesus selbst gesagt hat: dass es nämlich keinen Weg zu Gott dem Vater gibt als allein durch ihn. Dieses Zeugnis schulde ich den Anhängern aller nicht-christlichen Religionen.” (Quelle: ideaSpektrum 40/2009).

Anmerkung: Interessenten können den von mir erstellten “Leitfaden für den interreligiösen Dialog” anfordern, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christentum/Islam enthält, ebenso wie die wichtigsten Dokumente der katholischen Kirche zum Thema.

Heinz Josef Ernst

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