Archiv für Januar, 2010

Gemeinsamer „Tag der bedrängten und verfolgten Christen“ überfällig

Immer mehr erkennen die Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in Deutschland die Notwendigkeit, für die in vielen Ländern verfolgten Schwestern und Brüder zu beten und auch besondere Gedenktage einzuführen.

Da ist die Gemeinschaft Open Doors, die in den vergangenen Jahren – gemeinsam mit der weltweiten Evangelischen Allianz und dem Arbeitskreis Religionsfreiheit (AKREF) – zum Gebetstag im November aufruft (in 2009 am 8. November); da ist die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die die Initiative “Solidarität mit den verfolgten und bedrängten Christen unserer Zeit” ins Leben gerufen hat und den Gedenktag auf den  zweiten Weihnachtstag (Fest des Märtyrers Stefanus) gelegt hat.

Nun folgt auch die Evangelische Kirche (EKD): „Das weltweite Leiden von Christen beim Namen zu nennen ist eine wichtige Aufgabe der Kirche.“ So hat es die 10. Synode der EKD bei ihrer 7. Tagung im November 2008 in Bremen formuliert. Die Synode hat eine Veröffentlichung mit Informationen über einen Schwerpunkt der Verfolgung von Christen sowie mit Vorschlägen für Fürbittentexte angeregt und einen „Tag der verfolgten Christen“ vorgeschlagen. >>>Download Fürbitten/Texte

Der Rat der EKD und die Kirchenkonferenz als Vertretung der evangelischen Landeskirchen haben sich mehrheitlich für den Sonntag Reminiszere ausgesprochen, jedenfalls dort, wo nicht andere Tage diesem Gedenken gewidmet sind, wie zum Beispiel der Tag des Märtyrers Stephanus (26. Dezember). Im Jahr 2010 fällt der Sonntag Reminiszere auf den 28. Februar. Er soll besonders dem Gedenken an die Christinnen und Christen im Irak gewidmet sein.

Ein Lob für diese Initiative kommt auch von der “Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis” in der Nordelbischen Kirche. Wie der Vorsitzende, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg) schreibt, seien noch nie Christen, Gemeinden und Kirchen weltweit so bedroht, verfolgt und ermordet worden wie gegenwärtig. In jedem Gottesdienst sollte ihrer im Gebet gedacht werden..

Diese Forderung bestätigt auch meine Überzeugung  als Autor des heutigen Beitrags. – Beim folgenden Appell der IGFM geht es darum, dass die Christenheit mit einer Stimme sprechen sollte. Für noch wichtiger als ein gemeinsames Datum halte ich das monatliche Gebet für die Verfolgten  in Gebetskreisen, zum Beispiel auch im Rahmen der Pfingstnovene, für die über diese Seite Texte heruntergeladen werden können (Ende April/Anfang Mai 2010 ).

“Angesichts des am 27. Januar 2010 erfolgten Aufrufs der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), 2010 bundesweit einen „Tag der bedrängten und verfolgten Christen“ durchzuführen, appelliert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) an die EKD und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die zwischen Protestanten und Katholiken divergierenden Gedenktermine auf einen gemeinsamen Termin zu legen.

Bisher “konkurrieren” die beiden großen Kirchen durch unterschiedliche Termine für diesen Gedenktag (EKD: 2. Sonntag in der Passionszeit) und Dezember (DBK: Stephanustag, 26. Dezember). „Im Jahr des Ökumenischen Kirchentages in München muss diese unsinnige Konkurrenz beendet werden, denn sie schadet den verfolgten Christen“, so die IGFM.

Dies, so die IGFM, würde die Ökumene und das Anliegen selber deutlich stärken und entspräche einer weitgehend praktizierten Ökumene in den Staaten der Verfolgung und Bedrängnis von Christen. Bereits 1999 hatte die IGFM in der Bundesgeschäftsstelle der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACK) in Frankfurt am Main mehrere tausend Unterschriften der damaligen Geschäftsführerin und heutigen Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter für einen „Ökumenischen Tag der verfolgten Christen“ übergeben.

Die Einigung der Kirchen auf einen gemeinsamen Tag sollte für die Jahre ab 2011 in Verbindung mit dem Ökumenischen Kirchentag in München erfolgen, zumal die württembergische Landeskirche bereits den 26. Dezember im Sinne eines gemeinsamen Tages wahrnimmt, so IGFM-Referent Walter Flick.”  IGFM Frankfurt am Main, 29. Januar 2010.

Heinz Josef Ernst

Erstellt am Freitag 29. Januar 2010
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Der Schrei der toten Kinder

Die katholische Kirche feiert seit 1967 am 1. Januar ihren Weltfriedenstag. Aus diesem Anlass hatte der Papst bereits Mitte Dezember 09 eine Botschaft mit dem Titel “Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung” veröffentlicht. Darin rief er eindringlich zu mehr Verantwortung für die Umwelt auf. Der Mangel an Bewusstsein für die Gesundheit des Planeten sei “nicht weniger besorgniserregend” als “Kriege, internationale und regionale Konflikte, Terrorakte und Menschenrechtsverletzungen”.

Nicht ausdrücklich erwähnt wurde in diesem Zusammenhang der weltweit geführte Krieg gegen die Ungeborenen. Mutter Teresa von Kalkutta betonte wiederholt, dass es keinen Frieden gäbe, solange dieser Krieg tobe. Sie wurde nicht müde, das Lebensrecht der Ungeborenen zu verteidigen, die Gottes Schöpferkraft in sich tragen: “Das Leben gehört Gott, und wir haben nicht das Recht, es zu vernichten!” Ob irgendwelche staatlichen Gesetze die Abtreibung legalisieren oder nicht, ließ sie völlig gleichgültig; für sie war klar, dass es keinen schlimmeren Frevel an der Schöpfung gibt als die Abtreibung: “Man tötet nicht nur Leben, sondern stellt sein eigenes ICH über GOTT. Menschen entscheiden, wer leben und wer sterben soll. Sie wollen sich selbst zum allmächtigen Gott machen…Mir scheint, dass man den Schrei jener Kinder hören kann, die ermordet wurden, bevor sie auf der Welt erschienen, einen Schrei, der vor dem Throne Gottes wiederholt wird!”  (Aus: Christian Feldmann: “Die Heilige von Kalkutta – Mutter Teresa”, Verlag Herder Freiburg).*

Pater Werenfried van Straaten (seit den Zweiten Weltkrieg in Deutschland als “Speckpater” bekannt), Gründer des internationalen katholischen Hilfswerkes “Kirche in Not”, spricht in einer Predigt davon, dass “die scheußlichste Sünde, die jetzt auch in der christlichen Welt begangen wird, der millionenfache Mord am ungeborenen Leben ist”…

Im Matthäusevangelium wird berichtet, dass kurz nach Christi Geburt auf Geheiß von König Herodes Tausende Kinder ermordet wurden. Der Festtag der Unschuldigen Kinder wird am 28. Dezember begangen.

Wie viele Männer und Frauen müssen den Kopf senken, wenn die alte Geschichte der unschuldigen Kinder erzählt wird? Den Müttern von Bethlehem wurden die Kinder mit Gewalt aus den Armen gerissen. Aber was tun Millionen Väter und Mütter im christlichen Westen und im heiligen Russland? Tausende Männer lassen sich sterilisieren. Mit Pillen und Chemikalien oder Spiralen – wie mit Rattengift und Mausefallen – wehren Frauen sich gegen das von Gott gewollte Leben.

Oder sie betreten den Pfad des Meuchelmordes und töten, was schon im Mutterschoß zu leben begonnen hatte. Viele Staaten haben diese Schlachterei genehmigt. Sie wird von der Krankenkasse bezahlt. Aber das Blut der ermordeten Kleinen schreit laut zum Himmel und ihre Klagen werden vernommen vor dem Angesicht des gerechten Gottes.

Gott ist der Freund dieser Kleinen. Darum will Er, dass man den Kindern, denen das Himmelreich gehört, nicht verwehre, zu Ihm zu kommen. Jesus liebte sie so über alle Maßen, dass er sich mit ihnen identifizierte. Er sagte: “Wer ein solches Kind in Meinem Namen aufnimmt, nimmt Mich auf. Wer einem dieser Kleinen Ärgernis gibt, dem ist es besser, dass er mit einem Mühlstein am Hals in die Tiefe des Meeres versenkt wird.” Dieses Wort ist so definitiv und unumstößlich…>>>Die ganze Predigt als Download

“Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen…” (Als Jesus vom Ölberg auf die Stadt Jerusalem herabblickte, weinte er über sie, weil er ihren Untergang – 70 nach Christus – vorhersah). Heute wie damals hört man nicht auf IHN, der am Kreuz die Feindschaft getötet und die Menschen mit Gott versöhnt hat. Bereits der Prophet Jesaja kündigte ihn als den “Fürst den Friedens” an.  Es wird kein Friede, wenn wir nur ständig wiederholen: “Herr, gib der Welt den Frieden!” Die Menschen müssen – damals wie heute – erkennen, was den Frieden bringt: Nach Gottes Geboten leben!

*Wenn man ein Kind haben wolle, könne man es auch bekommen, sagt die Ordensfrau  schlicht. “Wenn Sie es aber nicht haben möchten, töten sie es nicht, geben Sie es mir!” (siehe “Babyklappe” bei uns). – Wichtig ist, den Betroffenen beizustehen und sie nicht zu verurteilen, wie es “Die Birke” und andere christliche Einrichtungen tun. –  HJE

Erstellt am Samstag 2. Januar 2010
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