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Gemeinsamer „Tag der bedrängten und verfolgten Christen“ überfällig

Immer mehr erkennen die Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in Deutschland die Notwendigkeit, für die in vielen Ländern verfolgten Schwestern und Brüder zu beten und auch besondere Gedenktage einzuführen.

Da ist die Gemeinschaft Open Doors, die in den vergangenen Jahren – gemeinsam mit der weltweiten Evangelischen Allianz und dem Arbeitskreis Religionsfreiheit (AKREF) – zum Gebetstag im November aufruft (in 2009 am 8. November); da ist die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die die Initiative “Solidarität mit den verfolgten und bedrängten Christen unserer Zeit” ins Leben gerufen hat und den Gedenktag auf den  zweiten Weihnachtstag (Fest des Märtyrers Stefanus) gelegt hat.

Nun folgt auch die Evangelische Kirche (EKD): „Das weltweite Leiden von Christen beim Namen zu nennen ist eine wichtige Aufgabe der Kirche.“ So hat es die 10. Synode der EKD bei ihrer 7. Tagung im November 2008 in Bremen formuliert. Die Synode hat eine Veröffentlichung mit Informationen über einen Schwerpunkt der Verfolgung von Christen sowie mit Vorschlägen für Fürbittentexte angeregt und einen „Tag der verfolgten Christen“ vorgeschlagen. >>>Download Fürbitten/Texte

Der Rat der EKD und die Kirchenkonferenz als Vertretung der evangelischen Landeskirchen haben sich mehrheitlich für den Sonntag Reminiszere ausgesprochen, jedenfalls dort, wo nicht andere Tage diesem Gedenken gewidmet sind, wie zum Beispiel der Tag des Märtyrers Stephanus (26. Dezember). Im Jahr 2010 fällt der Sonntag Reminiszere auf den 28. Februar. Er soll besonders dem Gedenken an die Christinnen und Christen im Irak gewidmet sein.

Ein Lob für diese Initiative kommt auch von der “Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis” in der Nordelbischen Kirche. Wie der Vorsitzende, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg) schreibt, seien noch nie Christen, Gemeinden und Kirchen weltweit so bedroht, verfolgt und ermordet worden wie gegenwärtig. In jedem Gottesdienst sollte ihrer im Gebet gedacht werden..

Diese Forderung bestätigt auch meine Überzeugung  als Autor des heutigen Beitrags. – Beim folgenden Appell der IGFM geht es darum, dass die Christenheit mit einer Stimme sprechen sollte. Für noch wichtiger als ein gemeinsames Datum halte ich das monatliche Gebet für die Verfolgten  in Gebetskreisen, zum Beispiel auch im Rahmen der Pfingstnovene, für die über diese Seite Texte heruntergeladen werden können (Ende April/Anfang Mai 2010 ).

“Angesichts des am 27. Januar 2010 erfolgten Aufrufs der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), 2010 bundesweit einen „Tag der bedrängten und verfolgten Christen“ durchzuführen, appelliert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) an die EKD und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die zwischen Protestanten und Katholiken divergierenden Gedenktermine auf einen gemeinsamen Termin zu legen.

Bisher “konkurrieren” die beiden großen Kirchen durch unterschiedliche Termine für diesen Gedenktag (EKD: 2. Sonntag in der Passionszeit) und Dezember (DBK: Stephanustag, 26. Dezember). „Im Jahr des Ökumenischen Kirchentages in München muss diese unsinnige Konkurrenz beendet werden, denn sie schadet den verfolgten Christen“, so die IGFM.

Dies, so die IGFM, würde die Ökumene und das Anliegen selber deutlich stärken und entspräche einer weitgehend praktizierten Ökumene in den Staaten der Verfolgung und Bedrängnis von Christen. Bereits 1999 hatte die IGFM in der Bundesgeschäftsstelle der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACK) in Frankfurt am Main mehrere tausend Unterschriften der damaligen Geschäftsführerin und heutigen Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter für einen „Ökumenischen Tag der verfolgten Christen“ übergeben.

Die Einigung der Kirchen auf einen gemeinsamen Tag sollte für die Jahre ab 2011 in Verbindung mit dem Ökumenischen Kirchentag in München erfolgen, zumal die württembergische Landeskirche bereits den 26. Dezember im Sinne eines gemeinsamen Tages wahrnimmt, so IGFM-Referent Walter Flick.”  IGFM Frankfurt am Main, 29. Januar 2010.

Heinz Josef Ernst

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