Mit einem dramatischen Appell haben sich 150 Christen aus Afghanistan in Neu-Delhi an die Öffentlichkeit gewandt: Die Christen, die nach Indien geflohen sind, bitten um Hilfe, um die Christenverfolgung in ihrem Heimatland zu beenden. Wenn ein Muslim Christ werde, erwarte ihn die Todesstrafe, heißt es in einem in Neu Delhi veröffentlichten Offenen Brief der „Afghanischen Christlichen Gemeinde”. Und weiter schreiben die Christen: „Wir verstehen nicht, wie die ganze Welt und besonders die weltweite Kirche ruhig bleibt und die Augen verschließt. Tausende ihrer Brüder und Schwestern leben ständig in Todesangst, bedroht von der Todesstrafe; sie werden gefoltert, verfolgt und als Kriminelle verunglimpft.” Die Unterzeichner rufen weltweit dazu auf, bei ihren Regierungen dafür einzutreten, dass in Afghanistan Gerechtigkeit, Frieden und Toleranz verwirklicht werden. An die Regierungen des Westens wird appelliert, im Namen der verfolgten Christen bei der Führung in Afghanistan vorstellig zu werden. Die muslimischen Regierungen in aller Welt werden aufgefordert, ihre christlichen Minderheiten – darunter auch Konvertiten aus dem Islam – zu schützen.
Anfang Juni hatte der stellvertretende Parlamentspräsident Abdul Satter Khowasi (Kabul) nach einem Fernsehbeitrag über die Taufe eines zum Christentum übergetretenen Muslims die Festnahme und öffentliche Hinrichtung von Personen gefordert, die vom Islam zum Christentum übertreten. Ein Abgeordneter erklärte, dass die Ermordung von Christen, die zuvor Muslime waren, kein Verbrechen sei. Quelle: ideaSpektrum Nr. 26/2010