Seit der Entsendung deutscher Truppen in dieses Land am Hindukusch gibt es immer wieder Aufregung bei uns: Deutsche Soldaten bezahlen Ihren Einsatz für Entwicklung und Frieden mit ihrem Leben. Dann wird darüber diskutiert, ob es sich um einen „Krieg“ handle oder ob eine andere Bezeichnung angemessen sei. Die ehemalige Bischöfin und EKD-Vorsitzende Käßmann trat als Pazifistin auf, in dem sie erklärte, „nichts sei gut in Afghanistan“ und den sofortigen Truppenabzug forderte.
Im Grunde geht es doch darum, das Virus ‚Islamisierung‘ zu stoppen. Einer der Infektionsherde ist Afghanistan. Richtig ist, dieser bedrohlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten – aber wie? Die „Talibanisierung“ greift bereits auch auf afrikanische Länder, wie zum Beispiel Nigeria, über. Mit dem Motto „Bildung ist Sünde“ soll – analog zu Afghanistan – verhindert werden, dass besonders Mädchen vom Analphabetentum befreit werden. – Christen setzen ihr Leben in Afghanistan ein – nicht nur christliche Soldaten sondern auch Mitarbeiter von (christlichen) Hilfswerken. Aber Afghanistan gehört zu den Ländern, die das islamische „Recht“, die Sharia, über den Artikel 18 der UN-Charta zur Religionsfreiheit setzen und den Glauben ihrer Helfer mißachten. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors belegt das streng islamische Land Platz 6. Der Islam ist Staatsreligion. Ein Religionswechsel ist den Afghanen, die quasi als Muslime geboren werden, versagt. Auf den „Abfall vom Islam“ steht die Todesstrafe.
Ende Mai zeigte der private Fernsehsender „Noorin TV“ einen Bericht über die Taufe von Afghanen, die sich vom Islam zum Christentum bekehrt haben. Der von mehreren Fernsehstationen ausgestrahlte Beitrag war mit provokanten Äußerungen gegen den christlichen Glauben versehen. Associated Free Press berichtet, dass der stellvertretende Parlamentspräsident Abdul Satter Khowasi daraufhin forderte, „die Afghanen, die in dem Video gezeigt wurden, zu verhaften und öffentlich hinzurichten“. -Nach einem idea-Bericht war wohl der Zeitpunkt der Film-Ausstrahlung taktisch ausgerichtet:
„Am 31. Mai, zwei Tage vor dem Beginn der von Präsident Hamid Karsai einberufenen Friedensversammlung Dschirga, wurde im Fernsehen ein wegen seines Übertritts zum Christentum inhaftierter Mann vorgeführt. Er wurde genötigt, seinen Glaubenswechsel zu widerrufen. Außerdem wurden Bilder von christlichen Gottesdiensten in Afghanistan gezeigt. Andere Sender übernahmen den Film und strahlten ihn wiederholt aus. Bei einer Demonstration an der Universität von Kabul sprachen Studenten Todesdrohungen aus und forderten die Ausweisung von Ausländern, die beim Missionieren erwischt würden. In einer hitzigen Parlamentsdebatte wurde die Bevölkerung aufgerufen, Christen zu denunzieren. Etliche sind daraufhin untergetaucht, andere aus dem Land geflohen. Wie verlautet, wurde ein Christ festgenommen; zwei weitere sind verschollen. Das Vorgehen erinnert Beobachter an die Zeiten der Herrschaft der radikalislamischen Taliban. Auch könne der Zeitpunkt der Ausstrahlung des Fernsehfilms kein Zufall sein. Die 1.500 Teilnehmer der Dshirga billigten Karsais Plan zur Versöhnung mit den Taliban.“
Also offensichtlich ein Entgegenkommen gegenüber den Taliban auf Kosten der Religionsfreiheit und der ehemaligen Muslime (jetzt Christen)!
Bereits vor vier Jahren sollte einem afghanischen Christen wegen seines Religionswechsels der Prozess gemacht werden. Auf Druck westlicher Regierungen wurde er „wegen Unzurechnungsfähigkeit“ freigelassen und erhielt Asyl in Italien (dies war natürlich kein Freispruch sondern ein Trick, um das ‚Gesicht‘ der Sharia zu wahren!). Er bedankte sich bei der Regierung in Rom und bei Papst Benedikt VXI für deren Bemühungen.
Klar ist auch, dass eine Ideologie und Strategie wie die der Taliban letztlich nicht mit militärischer Gewalt besiegt werden kann. Jeder tote Taliban ist ein „Märtyerer“ und animiert andere zur „Nachfolge“; außerdem gelingt es der NATO nicht, den Nachschub an Waffen und Munition für die Taliban zu unterbinden.
Aber was ist richtig? Jesus Christus ist der Friedefürst, der uns auffordert, auch die Feinde zu lieben. Franz von Assisi war im Mittelalter derjenige, der sich um der Glaubwürdigkeit des Evangeliums willen nach den unglückseligen Kreuzzügen ins Heilige Land begeben hat. Der damalige Sultan hörte sich die christliche Botschaft an, die aber wegen der vorausgegangenen Schlachten der Kreuzritter nicht wirklich bei den Muslimen etwas veränderte.
Der Gründer von Open Doors, Bruder Andrew aus den Niederlanden (bürgerlich: Anne van der Bijl), tritt in die Fußstapfen des Franz von Assisi. Beim Open Doors-Tag in Marburg 2008 sagte er: „Die verfolgten Christen brauchten die Gewissheit, „dass sie nicht vergessen sind und wir sie dabei unterstützen, auch ihren Feinden das Evangelium weiterzusagen!“ Der heute 82-jährige ermunterte auch zum Gebet für jene, die Christen bekämpfen und unterdrücken:„Der Blick auf die Verfolger ändert sich, wenn wir sie mit den Augen Jesu sehen und beginnen, für sie zu beten.“ Selbst die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan seien Menschen, „die Christus liebt“. Bruder Andrew taufte selbst ehemalige Taliban und traf sich mit Führern radikal-islamischer Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah, um ihnen die christliche Botschaft zu sagen und Bibeln zu überreichen.
Der Lebensweg des Völkerapostels Paulus von Tarsus zeigt uns, wie aus einem Verfolger Jesu Christi ein Nachfolger werden kann. Auch Paulus alias Saulus war radikal und scheute sich nicht, die Steinigung des Stefanus gutzuheißen. Er begegnete schließlich Jesus, der ihm sagte: Saulus, Saulus, warum verfolgst du Mich? Das hat ihn zutiefst verunsichert. Hatte er nicht die „Anhänger des neuen Weges“, die „Abweichler“ vom jüdischen Gesetz treffen wollen? Ihm war nicht bewußt gewesen, dass er in Wirklichkeit den Sohn Gottes verfolgte, der sich mit jedem seiner Nachfolger identifziert.
Auf dem Treffen in Marburg sprach auch der Co-Autor des Buches „Verräter ihres Glaubens: Das gefährliche Leben von Muslimen, die Christen wurden“, Al Janssen (Colorado Springs/US-Bundesstaat Colorado). Trotz der Gefahr, wegen „Abfalls vom Islam“ verfolgt und getötet zu werden, würden Tausende von Muslimen Christen. Dies geschehe häufig durch Träume, in denen ihnen Jesus als der Sohn Gottes begegne. –
Wenn die Taliban und andere Christenverfolger wüßten, wen sie in Wirklichkeit verfolgen, würden viele sich bekehren.
Solange sie aber verfolgen und töten, können sie sich nicht auf den einen wahren Gott, der sich in Jesus Christus endgültig geoffenbart hat, berufen. Jesus selbst sagt in einer Auseinandersetzung mit Juden (‚…aber ihr sucht mich zu töten‘ – Johannes 8,37): „Ihr habt den Teufel zum Vater und wollt die Gelüste eures Vaters tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und hatte in der Wahrheit keinen Stand, weil die Wahrheit nicht in ihm ist…“
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