Wunschkind nach Maß? Gegen Selektion von Embryonen durch Gentest

Selektion von Embryonen durch Gentest führt oft zur Tötung. Anläßlich des Urteils des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 6. Juli 2010 zur Präimplantationsdiagnostik (PID) an menschlichen Embryonen erklärt die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr:

Nach dem Urteil muß der Gesetzgeber das Embryonenschutzgesetz ergänzen. Auch der in der Petrischale erzeugte Embryo ist keine Sache, über deren Lebenswert Ärzte und Eltern einfachhin entscheiden können. Als einmal gezeugter Mensch im frühesten Stadium hat er vielmehr das Recht, geachtet und geboren statt getestet und getötet zu werden.

Der BGH verkennt in seinem Urteil, daß die PID-Selektion von Embryonen selbstverständlich deren Tod bedeutet, wenn sie dem Wunsch von Eltern und Arzt nicht genügen. Er setzt sich über den klaren Willen des Gesetzgebers hinweg, der mit dem Embryonenschutzgesetz Selektion eben nicht eng begrenzt lassen, sondern komplett untersagen wollte. Der BGH zieht weiterhin eine falsche Parallele zwischen PID und Pränataldiagnostik. Zugleich läßt er den Arzt und die Eltern entscheiden, ob ein konkretes menschliches Leben als “lebenswert” oder “nicht lebenswert” zu klassifizieren ist. Darin liegt ein gravierender Verstoß gegen die Würde des potenziell behinderten Menschen, der massive sozialethische Konsequenzen nach sich ziehen wird. Durch dieses Urteil werden das Lebensrecht und die soziale Anerkennung behinderter Menschen langfristig in dramatischer Weise aufs Spiel gesetzt.

Ein bißchen straffrei gibt es ebenso wenig wie ein bißchen schwanger: Wenn der Bundesgerichtshof die PID auf “schwerwiegende genetische Schäden” begrenzt wissen will, findet dies keine Stütze im Gesetz. Auch zeigt der Blick auf die zahlreichen Spätabtreibungen, daß “schwerwiegend” kein klarer Begriff ist. In der Praxis droht nun die forcierte Anwendung der PID in Deutschland zum Tagesgeschäft in über 125 Reproduktionskliniken zu werden. Es droht das “Wunschkind” nach Maß.

Deswegen ist nun Klarheit gefordert. Da der BGH sich mit dieser Entscheidung selbst zum Gesetzgeber aufschwingt und Verwirrung stiftet, muß jetzt der Gesetzgeber die Selektion durch PID ausdrücklich im Embryonenschutzgesetz verbieten, um die gefährliche Entwicklung zum gen-getesteten Designerkind nach Maß zu verhindern.

Die CDL ist die Lebensrechtsinitiative in der CDU/CSU mit 5.000 Mitgliedern, darunter zahlreichen Bundestagsabgeordneten, Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Landtagsabgeordneten und Kommunalpolitikern. Quelle: Pressemitteilung CDL

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Martin L. King: Sein Traum heute

Gedanken zum bekannten “I have a dream” von der Nichte Martin Luther Kings, Dr. Alveda King. Diese äußerte sie in einer Rede am 22. Juni 2010 bei einer Veranstaltung der „Arbeitsgruppe für die Menschenwürde“ im Europäischen Parlament.

“Meine Botschaft kommt aus meinen Herzen, aus Liebe zum Leben und zur Familie, und aus einer ererbten Verpflichtung, die Schwächsten der Gesellschaft zu verteidigen. Meine Rede heute und meine Arbeit als Menschenrechtsaktivistin gehen von drei einfachen Wahrheiten aus:

  • Jeder Mensch verdient Respekt aufgrund seines Mensch-Seins.
  • Niemals kann das Leben eines Menschen weniger menschlich oder mehr menschlich werden.
  • Jedes menschliche Leben beginnt an seinem physischen Anfang.

Aus diesen drei Prämissen folgt, dass jeder Mensch, geboren oder ungeboren, Rechte hat und diese Rechte von der Gesellschaft und dem Gesetz geschützt werden sollten.

Umkehr ist der erste Schritt zur Erlösung; sie ist auch der erste Schritt in der Veränderung einer Gesellschaft. Ich weiß das, weil ich in meiner Lebenszeit gesehen habe, wie sich meine Kultur, mein Amerika, verändert haben.

So viel Blutvergießen, so viel Unglück ist geschehen – weil einige Leute in den Vereinigten Staaten meinten, die Afro-Amerikaner würden keinen Respekt verdienen. Wir wurden angespuckt. Wir wurden zusammengeschlagen. Und gelyncht. Wir würden getötet weil wir als weniger menschlich angesehen wurden. So geschieht es auch mit den Leben der ungeborenen Kinder – im Bauch werden sie heute gelyncht.

Der Rassismus unterdrückte nicht nur Afro-Amerikaner – er versengte auch die Gewissen der Unterdrücker. Manche Auswirkungen des Rassismus machten das Leben dieser Menschen scheinbar angenehmer, bequemer, und so überließen sie sich den Falschheiten. Sie wurden von diesen Falschheiten in gewisser Weise abhängig. Und so begannen sie an das zu glauben, was sie in ihren Herzen doch als falsch erkannten. Und so ist es auch heute mit den Lügen derer, die abtreiben.

Die Ungeborenen von heute sind die Schwarzen von gestern – am besten außer Sichtweite und weit weg von unserem Denken, damit wir uns möglichst wenig mit der Ungerechtigkeit, die wir verursachen, beschäftigen müssen. Das Problem der Abtreiber und ihrer Unterstützer ist aber das gleiche Problem, das die Rassisten und Segregationisten hatten: die Wirklichkeit. Ungeborene Kinder lassen sich nicht verstecken. Die Abtreibungsindustrie muss also denen, die sie ausbeutet und diskriminiert, die Menschlichkeit absprechen.

Aber was, wenn die Wegrationalisierung nicht mehr klappt, wie bei der Chefin einer Abtreibungsklinik, die ihren Beruf aufgab, als sie am Ultraschall eine Abtreibung beobachtete? Was, wenn die Wahrheit so klar und so stark wird, dass die Gesellschaft der Lüge nicht mehr gleichgültig gegenüber stehen und an der Lüge nicht mehr mitwirken kann? Dann müssen wir etwas tun, das eigentlich unserer Natur widerspricht: uns demütigen, das Falsche zugeben und unser Handeln verändern.

Das ist es, was mein Land auf die Bemühungen der Menschenrechtsbewegung hin gemacht hat. Amerika hat sich verändert, weil Amerikaner in ihrem Herzen berührt worden sind. In den Herzen, in die – wie es in der Bibel steht – Gottes Gesetz geschrieben ist. Wir können weghören, unser Gewissen ausschalten, uns indoktrinieren und zudröhnen lassen: Aber ein Gefühl für richtig und falsch haben wir alle. Dieses moralische Bewusstsein hat Amerikas Kultur in der Frage des Rassismus verändert.

Ich glaube, dass dieses moralische Bewusstsein jede Kultur in der Frage der Abtreibung ändern kann. Nicht über Nacht. Aber das Umdenken hat schon begonnen.

In unseren Herzen wissen wir das. Zu lange haben wir weggeschaut. Wir wollten uns nicht engagieren. Wir hatten uns selbst überzeugt, dass die Menschen sich nie ändern werden in der Abtreibungsfrage. Ich bin heute hier um euch zu sagen, dass das nicht stimmt. Ich habe die Veränderung erlebt, an mir selbst, an anderen und in meiner Nation. Was bei der Sklaverei und mit dem Rassismus geschehen ist, geschieht heute mit der Abtreibung. Die Mächtigen müssen für die Verfolgten eintreten – denn wir sind der Wächter unserer Brüder – und was ihnen geschieht, geschieht auch uns.

Dr. Martin Luther King Jr. schrieb in einer Gefängniszelle: “Ungerechtigkeit egal wo ist eine Bedrohung der Gerechtigkeit überall.“ Ob ein Kind in Birmingham, Alabama, oder Birmingham, England, abgetrieben wird: Es ist immer ein Angriff auf die “geliebte Gemeinschaft”, die meinem Onkel so wichtig war.

Mein Onkel Martin hatte einen Traum. Er malte sich aus, dass wir alle das erleben würden, was eigentlich selbstverständlich ist: Dass alle Menschen gleich sind. Er hat Amerika aufgerufen, das Falsche zuzugeben und zurückzulassen.

Heute rufe ich uns alle auf, egal welcher Herkunft, Rasse oder Religion, unsere Irrtümer zuzugeben und uns von ihnen abzuwenden. Ich glaube, dass die Verletzung des Rechtes auf Leben die größte Ungerechtigkeit ist, die wir heute erleben. Im Töten gibt es kein Mitleid. Wo man Menschen ihre Menschlichkeit abspricht, ist keine Gerechtigkeit.

Ich frage nur: Wie kann der Traum weiterleben – der Traum der Gleichheit für alle – wenn wir unsere Kinder töten? Wie kann der Traum weiterleben wenn wir anderen Menschwürde und Respekt verwehren? Wie kann der Traum weiterleben, wenn wir uns für diese Menschen nicht einsetzen?”

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Ermordung von Christen kein Verbrechen?

Mit einem dramatischen Appell haben sich 150 Christen aus Afghanistan in Neu-Delhi an die Öffentlichkeit gewandt: Die Christen, die nach Indien geflohen sind, bitten um Hilfe, um die Christenverfolgung in ihrem Heimatland zu beenden. Wenn ein Muslim Christ werde, erwarte ihn die Todesstrafe, heißt es in einem in Neu Delhi veröffentlichten Offenen Brief der „Afghanischen Christlichen Gemeinde”. Und weiter schreiben die Christen: „Wir verstehen nicht, wie die ganze Welt und besonders die weltweite Kirche ruhig bleibt und die Augen verschließt. Tausende ihrer Brüder und Schwestern leben ständig in Todesangst, bedroht von der Todesstrafe; sie werden gefoltert, verfolgt und als Kriminelle verunglimpft.” Die Unterzeichner rufen weltweit dazu auf, bei ihren Regierungen dafür einzutreten, dass in Afghanistan Gerechtigkeit, Frieden und Toleranz verwirklicht werden. An die Regierungen des Westens wird appelliert, im Namen der verfolgten Christen bei der Führung in Afghanistan vorstellig zu werden. Die muslimischen Regierungen in aller Welt werden aufgefordert, ihre christlichen Minderheiten – darunter auch Konvertiten aus dem Islam – zu schützen.

Anfang Juni hatte der stellvertretende Parlamentspräsident Abdul Satter Khowasi (Kabul) nach einem Fernsehbeitrag über die Taufe eines zum Christentum übergetretenen Muslims die Festnahme und öffentliche Hinrichtung von Personen gefordert, die vom Islam zum Christentum übertreten. Ein Abgeordneter erklärte, dass die Ermordung von Christen, die zuvor Muslime waren, kein Verbrechen sei. Quelle: ideaSpektrum Nr. 26/2010

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Iran: Gewalt gegen religiöse Minderheiten eskaliert

Mazandaran/Iran. Kürzlich sind die Häuser von etwa 50 Baha’i-Familien im iranischen Dorf Ivel (auch Eivel umschrieben), nahe dem Kaspischen Meer zerstört worden. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt a. M. berichtet, hatte eine aufgeputschte Menschenmenge die Zugänge zum Dorf blockiert und nur vier Radlader und mehrere LKWs in das Dorf passieren lassen, die innerhalb von zwei Tagen die Häuser der Baha’i zerstörten. „Die Verfolgung von Minderheiten im Iran erreicht damit einen weiteren Höhepunkt. Das Regime von Präsident Ahmadinedschad fördert die Intoleranz und damit Auschreitungen gegen die Baha’i. Die Einbestellung des iranischen Botschafters durch das Auswärtige Amt am 15. Juni war das richtige Zeichen in Richtung Teheran“, erklärte der IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Die Baha’i des Dorfes hatten zuvor erfahren, dass muslimische Einwohner ihres Ortes Unterschriften zur Räumung oder Zerstörung ihrer Häuser sammelten. Die Baha’i wandten sich daraufhin an verschiedene Behörden und Polizeidienststellen, sowie an das Büro des Gouverneurs der Provinz Mazandaran in Sari; sie wurden jedoch überall abgewiesen oder sogar bedroht. Nach Angaben der IGFM ist die Baha’i-Bevölkerung von Ivel schon seit Jahren Opfer von Gewaltausbrüchen, Vertreibungen und Schikanen, initiiert durch islamische Extremisten und Behörden. Die im Iran entstandene Religionsgemeinschaft der Baha’i ist mit etwa 300.000 Angehörigen die größte nicht-muslimische religiöse Minderheit des Landes, noch vor den christlichen Kirchen. Die Baha’i lehnen die Scharia ab und vertreten die Gleichberechtigung von Männern und Frauen.

Auch in staatlichen Medien werde seit Jahren gegen Baha’i aber auch gegen Religionslose und Apostaten gehetzt. Nach klassischer islamischer Rechtsauffassung hätten neben dem Islam nur Christen- und Judentum, sowie der Zoroastrismus eine Daseinsberechtigung. Aus diesem Grunde würden Angehörige anderer Religionen diskriminiert oder offen verfolgt wie im Falle der Baha’i. Nach Einschätzung der IGFM verfolgen die Sicherheitsorgane des Iran Muslime, die sich von Ihrer Religion abgewandt haben und bekennende Atheisten am härtesten, denn beide Gruppen würden den Glauben an die göttliche Legitimation der Islamischen Republik besonders stark in Frage stellen.

Erst am 15. Juni 10 hatte das Auswärtige Amt den Botschafter der Islamischen Republik in Berlin, Ali Resa Scheich Attar, einbestellt. Anlass waren die drohenden Todesurteile gegen Mitglieder des Führungsgremiums der iranischen Baha’i, das von der Psychologin Mahvash Sabet geleitet wird. Staatssekretär Wolf-Ruthart Born sagte dem Botschafter, die Bundesregierung sorge sich um das Leben der sieben führenden Vertreter der Glaubensgemeinschaft; sie lehne die Todesstrafe generell ab. Der iranische Botschafter gilt als Vertrauter von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad.

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Mit Gebet und Aktion gegen Folter

Folter ist nach UN-Angaben weit verbreitet und gehört immer noch zum Rechtssystem vieler Staaten; dabei ist die UN-Antifolterkonvention seit dem 26. Juni 1987 gültig. Allerdings haben mehrere Dutzend Länder, darunter der Iran, der Irak, Birma, Nordkorea und Vietnam diese Konvention nicht unterzeichnet. Der UN-Generalsekretär, der Koreaner Ban Ki Moon, forderte diese Staaten auf, dem Abkommen sofort beizutreten und ihre Gefängnisse durch UN-Beobachter kontrollieren zu lassen.

Die weltweite Bewegung „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“ (ACAT) ruft zum Jahrestag der Ratifizierung der Antifolterkonvention („UN-Welttag der Folteropfer“) zur Teilnahme an einer nächtlichen Gebetswache in der Nacht vom 26./27. Juni auf. – Diejenigen, für die diese Ankündigung zu spät kommt, können sich das Anliegen auch anders zu Eigen machen. So kann sich jeder regelmäßig für Gefangene und Folteropfer durch Gebet und Versenden von Appellbriefen einsetzen. Hierbei kommt – neben der ACAT - besonders auch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) als Partner in Betracht. – Heinz Josef Ernst

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Afghanistan: Die gute Botschaft auch für Taliban

Seit der Entsendung deutscher Truppen in dieses Land am Hindukusch gibt es immer wieder Aufregung bei uns: Deutsche Soldaten bezahlen Ihren Einsatz für Entwicklung und Frieden mit ihrem Leben. Dann wird darüber diskutiert, ob es sich um einen „Krieg“ handle oder ob eine andere Bezeichnung angemessen sei. Die ehemalige Bischöfin und EKD-Vorsitzende Käßmann trat als Pazifistin auf, in dem sie erklärte, „nichts sei gut in Afghanistan“ und den sofortigen Truppenabzug forderte.

Im Grunde geht es doch darum, das Virus ‚Islamisierung‘ zu stoppen. Einer der Infektionsherde ist Afghanistan. Richtig ist, dieser bedrohlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten – aber wie? Die „Talibanisierung“ greift bereits auch auf afrikanische Länder, wie zum Beispiel Nigeria, über. Mit dem Motto „Bildung ist Sünde“ soll – analog zu Afghanistan – verhindert werden, dass besonders Mädchen vom Analphabetentum befreit werden. – Christen setzen ihr Leben in Afghanistan ein – nicht nur christliche Soldaten sondern auch Mitarbeiter von (christlichen) Hilfswerken. Aber Afghanistan gehört zu den Ländern, die das islamische „Recht“, die Sharia, über den Artikel 18 der UN-Charta zur Religionsfreiheit setzen und den Glauben ihrer Helfer mißachten. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors belegt das streng islamische Land Platz 6. Der Islam ist Staatsreligion. Ein Religionswechsel ist den Afghanen, die quasi als Muslime geboren werden, versagt. Auf den „Abfall vom Islam“ steht die Todesstrafe.

Ende Mai zeigte der private Fernsehsender „Noorin TV“ einen Bericht über die Taufe von Afghanen, die sich vom Islam zum Christentum bekehrt haben. Der von mehreren Fernsehstationen ausgestrahlte Beitrag war mit provokanten Äußerungen gegen den christlichen Glauben versehen. Associated Free Press berichtet, dass der stellvertretende Parlamentspräsident Abdul Satter Khowasi daraufhin forderte, „die Afghanen, die in dem Video gezeigt wurden, zu verhaften und öffentlich hinzurichten“. -Nach einem idea-Bericht war wohl der Zeitpunkt der Film-Ausstrahlung taktisch ausgerichtet:

„Am 31. Mai, zwei Tage vor dem Beginn der von Präsident Hamid Karsai einberufenen Friedensversammlung Dschirga, wurde im Fernsehen ein wegen seines Übertritts zum Christentum inhaftierter Mann vorgeführt. Er wurde genötigt, seinen Glaubenswechsel zu widerrufen. Außerdem wurden Bilder von christlichen Gottesdiensten in Afghanistan gezeigt. Andere Sender übernahmen den Film und strahlten ihn wiederholt aus. Bei einer Demonstration an der Universität von Kabul sprachen Studenten Todesdrohungen aus und forderten die Ausweisung von Ausländern, die beim Missionieren erwischt würden. In einer hitzigen Parlamentsdebatte wurde die Bevölkerung aufgerufen, Christen zu denunzieren. Etliche sind daraufhin untergetaucht, andere aus dem Land geflohen. Wie verlautet, wurde ein Christ festgenommen; zwei weitere sind verschollen. Das Vorgehen erinnert Beobachter an die Zeiten der Herrschaft der radikalislamischen Taliban. Auch könne der Zeitpunkt der Ausstrahlung des Fernsehfilms kein Zufall sein. Die 1.500 Teilnehmer der Dshirga billigten Karsais Plan zur Versöhnung mit den Taliban.“

Also offensichtlich ein Entgegenkommen gegenüber den Taliban auf Kosten der Religionsfreiheit und der ehemaligen Muslime (jetzt Christen)!

Bereits vor vier Jahren sollte einem afghanischen Christen wegen seines Religionswechsels der Prozess gemacht werden. Auf Druck westlicher Regierungen wurde er „wegen Unzurechnungsfähigkeit“ freigelassen und erhielt Asyl in Italien (dies war natürlich kein Freispruch sondern ein Trick, um das ‚Gesicht‘ der Sharia zu wahren!). Er bedankte sich bei der Regierung in Rom und bei Papst Benedikt VXI für deren Bemühungen.

Klar ist auch, dass eine Ideologie und Strategie wie die der Taliban letztlich nicht mit militärischer Gewalt besiegt werden kann. Jeder tote Taliban ist ein „Märtyerer“ und animiert andere zur „Nachfolge“; außerdem gelingt es der NATO nicht, den Nachschub an Waffen und Munition für die Taliban zu unterbinden.

Aber was ist richtig? Jesus Christus ist der Friedefürst, der uns auffordert, auch die Feinde zu lieben. Franz von Assisi war im Mittelalter derjenige, der sich um der Glaubwürdigkeit des Evangeliums willen nach den unglückseligen Kreuzzügen ins Heilige Land begeben hat. Der damalige Sultan hörte sich die christliche Botschaft an, die aber wegen der vorausgegangenen Schlachten der Kreuzritter nicht wirklich bei den Muslimen etwas veränderte.

Der Gründer von Open Doors, Bruder Andrew aus den Niederlanden (bürgerlich: Anne van der Bijl), tritt in die Fußstapfen des Franz von Assisi. Beim Open Doors-Tag in Marburg 2008 sagte er: „Die verfolgten Christen brauchten die Gewissheit, „dass sie nicht vergessen sind und wir sie dabei unterstützen, auch ihren Feinden das Evangelium weiterzusagen!“ Der heute 82-jährige ermunterte auch zum Gebet für jene, die Christen bekämpfen und unterdrücken:„Der Blick auf die Verfolger ändert sich, wenn wir sie mit den Augen Jesu sehen und beginnen, für sie zu beten.“ Selbst die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan seien Menschen, „die Christus liebt“. Bruder Andrew taufte selbst ehemalige Taliban und traf sich mit Führern radikal-islamischer Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah, um ihnen die christliche Botschaft zu sagen und Bibeln zu überreichen.

Der Lebensweg des Völkerapostels Paulus von Tarsus zeigt uns, wie aus einem Verfolger Jesu Christi ein Nachfolger werden kann. Auch Paulus alias Saulus war radikal und scheute sich nicht, die Steinigung des Stefanus gutzuheißen. Er begegnete schließlich Jesus, der ihm sagte: Saulus, Saulus, warum verfolgst du Mich? Das hat ihn zutiefst verunsichert. Hatte er nicht die „Anhänger des neuen Weges“, die „Abweichler“ vom jüdischen Gesetz treffen wollen? Ihm war nicht bewußt gewesen, dass er in Wirklichkeit den Sohn Gottes verfolgte, der sich mit jedem seiner Nachfolger identifziert.

Auf dem Treffen in Marburg sprach auch der Co-Autor des Buches „Verräter ihres Glaubens: Das gefährliche Leben von Muslimen, die Christen wurden“, Al Janssen (Colorado Springs/US-Bundesstaat Colorado). Trotz der Gefahr, wegen „Abfalls vom Islam“ verfolgt und getötet zu werden, würden Tausende von Muslimen Christen. Dies geschehe häufig durch Träume, in denen ihnen Jesus als der Sohn Gottes begegne. –

Wenn die Taliban und andere Christenverfolger wüßten, wen sie in Wirklichkeit verfolgen, würden viele sich bekehren.

Solange sie aber verfolgen und töten, können sie sich nicht auf den einen wahren Gott, der sich in Jesus Christus endgültig geoffenbart hat, berufen. Jesus selbst sagt in einer Auseinandersetzung mit Juden (‚…aber ihr sucht mich zu töten‘ – Johannes 8,37): „Ihr habt den Teufel zum Vater und wollt die Gelüste eures Vaters tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und hatte in der Wahrheit keinen Stand, weil die Wahrheit nicht in ihm ist…“

Heinz Josef Ernst

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Mordserie an Journalisten reißt nicht ab

Wenn wir von Journalistenmorden hören, denken wir zuerst an Rußland oder China. Dies bestätigt quasi die Journalistenorganisation “Reporter ohne Grenzen”, für die der russische Ministerpräsident Wladimir Putin und Chinas Staatspräsident Hu Jintao zu den weltweit 40 größten Feinden der Pressefreiheit zählen.

Aber das sind nur zwei Länder. Schauen wir nach Mittelamerika und lesen den Bericht, der in der katholischen Bistumszeitung der Erzdiözese Freiburg in der Pfingstausgabe 2010 erschien:

„An jedem Ort der Welt braucht ein Journalist Mut. Er muss Risiken eingehen und Opfer bringen, um die Wahrheit zu finden.” -Romulo Emiliani Sanchez, Weihbischof im honduranischen San Pedro Sula, sagt dies am offenen Sarg des Journalisten Georgino Orellana. In Honduras brauchen die Redakteure offensichtlich besonders viel Mut: Eine Welle der Gewalt hat die Redaktionen des mittelamerikanischen Landes heimgesucht, allein im vergangenen halben Jahr wurden sechs Journalisten ermordet.

Georgino Orellana, in Honduras ein bekannter Fernsehreporter, war Ende April das bislang jüngste Opfer. „Verlieren Sie nicht ihre Standhaftigkeit!” So mahnt Weihbischof Sanchez in der Kathedrale San Vicente de Paul in Tegucigalpa die trauernden Kollegen. Als wenig später der Sarg zu Grabe gelassen wird, steigen weiße Luftballons in den Himmel, als Zeichen des stillen Protestes gegen das Morden.

Elan Reyes, Präsident der staatlichen honduranischen Journalistenschule, fordert die Aufklärung aller gewaltsamen Tode. „Bislang ist keiner der Fälle aufgeklärt”, erklärt er; es gebe nur Spekulationen. „Wir sind den Opfern der Familien schuldig, dass die Hintergründe der Gewalttaten offengelegt werden”, so Reyes. Auch wenn Elan Reyes betont, dass in Honduras das Recht auf freie Meinungsäußerung besteht, ist die Pressefreiheit mit jedem Mord mehr in Gefahr.

Die Mordserie an Journalisten hat auch internationale Organisationen aufgeschreckt: Die Organisation Amerikanische Staaten (OAS) entsendet eine Kommission, die die Vorfälle genau untersuchen soll, die UNESCO brachte ihre Besorgnis zum Ausdruck. Ob hinter den Gewalttaten politische Motive stecken oder ob die Journalisten „nur” Opfer der rapide gewachsenen gewöhnlichen Gewalt in dem mittelamerikanischen Land geworden sind, ist bislang völlig unklar. Der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga bedauert, es gebe „heutzutage viele Menschen, die nur dem Geld verpflichtet sind und die für Geld töten. Wie traurig ist doch diese Kultur”.

Der Interamerikanische Journalistenverband SIP verwies darauf, dass die Gewaltbereitschaft gegenüber Pressevertretern in ganz Lateinamerika gestiegen sei: Allein im vergangenen Jahr. wurden 26 Journalisten ermordet, sieben Medienvertreter sind spurlos verschwunden.”

HJE

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Iran: Christinnen freigesprochen, aber…

sie haben inzwischen den Iran mit unbekanntem Ziel verlassen.

Der 28-jährigen Maryam Rostampour und der 31-jährigen Marzieh Amirizadeh waren „Abfall vom Islam*“, staatsfeindliche Aktivitäten und die Teilnahme an illegalen Versammlungen vorgeworfen worden. Damit sind in der Islamischen Republik christliche Untergrundgemeinden gemeint. Die beiden Frauen saßen im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Am 18. November 2009 waren sie unter Auflagen freigelassen worden. Im Mai 2009 hatten die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Rostampour und Amirizadeh als „Gefangene des Monats“ benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen. Die beiden Frauen litten unter fieberhaften Infektionen und anderen Erkrankungen. Sie mussten sich eine Gefängniszelle mit 27 weiblichen Gefangenen teilen. Im August waren sie bei einem Verhör gedrängt worden, ihrem Glauben abzuschwören. Sie antworteten: „Wir lieben Jesus. … Wir werden unseren Glauben nicht verleugnen.“ Das Hilfswerk Elam (Godalming/Südengland), das sich für Christen im Iran einsetzt, sorgte jetzt dafür, dass sie unmittelbar ins Ausland reisen konnten. Ihr Aufenthaltsort wurde aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben. Wie das Hilfswerk weiter mitteilt, bedankten sich die beiden Frauen für die Fürbitte von Christen aus aller Welt. Rostampour erklärte, sie werde zu gegebener Zeit über ihre Erfahrungen in der Haft berichten. Von den 74 Millionen Einwohnern des Iran sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Muslime, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen. Quelle: idea/IGFM

*Sie waren nie wirklich Muslime, sondern sind nur in eine islamische Familie “hineingeboren”. So sehr wir uns über den Freispruch freuen, so sehr bleibt auch das Ärgernis der fehlenden Religionsfreiheit im Iran. Der Freispruch ist nur ein halber Freispruch, denn beide dürfen ihren christlichen Glauben in ihrem Heimatland nicht ausüben. Ihr Leben wäre ständig in Gefahr. – HJE 

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Marokko weist ausländische Christen aus

In dem überwiegend muslimischen Land sind protestantische Entwicklungshelfer zunehmend unerwünscht: Marokko hat in diesem Jahr bereits rund 100 ausländische Christen ausgewiesen. Allein im Mai mussten 28 ausländische Christen das Land verlassen. Begründet werden die Ausweisungen mit dem Verdacht, die humanitären Helfer hätten versucht, Muslime zu missionieren, was in Marokko verboten ist. Die Betroffenen weisen diese Vorwürfe zurück; sie verfolgten rein humanitäre Ziele. Auch Vertreter einheimischer Protestanten sind besorgt über das staatliche Vorgehen. Einzelne Stimmen sprechen von „Hexenjagd“. Nach Einschätzung marokkanischer Christen geht das schärfere staatliche Vorgehen auf die Ernennung neuer Minister zurück. Kommunikationsminister Khalid Naciri kündigte am 11. März ein härteres Vorgehen gegen religiöse Abwerbung an. Christen könnten zwar ihren Glauben in Marokko frei praktizieren, dürften aber nicht missionieren. In dem nordafrikanischen Land ist der Islam Staatsreligion. Von den rund 32 Millionen Einwohnern sind nach offiziellen Angaben 99 Prozent Muslime, davon 90 Prozent Sunniten. Ferner gibt es kleine Minderheiten von Christen und Juden. Quelle: Radio Vatikan (idea/pm).

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Kuba: Hoffnung für politische Gefangene?

Seit fast 75 Jahren stehen der Vatikan und Kuba diplomatisch in Kontakt: Die ununterbrochenen diplomatischen Beziehungen werden auch in einem Monat offiziell gefeiert. Doch schon jetzt konnte Kardinal Jaime Ortega Alamino von Havanna einen wichtigen Schritt tun: Er traf sich, begleitet von einem weiteren Bischof, mit Präsident Raul Castro. Dabei ging es vor allem um die Frage der politischen Gefangenen, auf deren Freilassung die Kirche drängt.

„Das kommunistische Regime auf Kuba hat die katholische Kirche erstmals seit einem halben Jahrhundert als Gesprächspartner anerkannt.“ Auf diese Formel bringt es der regierungsnahe Sender Radio Martì aus Havanna. Es sei in den vier Stunden Gespräch fast nur um die Frage der politischen Gefangenen gegangen; eigene Sorgen der Kirche um ihren Platz in der Gesellschaft hätten „keine Rolle gespielt“.

„Das Treffen hat zunächst einmal den Wert, dass die Kirche als Vermittlerin anerkannt wird“, sagt Kardinal Ortega auf einer Pressekonferenz. „Das bedeutet auch eine Anerkennung für die Rolle der Kirche, dass sie sich um eine Überwindung tiefer Gräben bemüht.“

Kardinal Ortega hatte im April das Regime deutlich wie selten zuvor kritisiert: Kuba sei in einer „sehr schwierigen Lage“, und das Ausbleiben wirtschaftlicher Reformen und Freiheiten „führt zu Ungeduld und Unbehagen im Volk“. Quelle: Radio Vatikan

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