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	<title>Neues Forum 'Geist und Leben'</title>
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	<description>Wähle 'Leben' oder 'Tod'</description>
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		<title>Die Sache mit der Rache &#8211; Christenverfolgung in Nigeria</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 21:28:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Josef</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religionen]]></category>
		<category><![CDATA[Verfolgte Christen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorbemerkung. Ich finde Gewalt widerlich und das Zählen von Opfern ebenso. Das Rechtfertigen von Gewalt finde ich abscheulich und nichts liegt mir ferner als Gewalt, von wem auch immer sie verübt worden ist, zu rechtfertigen. Dennoch – oder gerade deshalb – kann ich mir einige Bemerkungen zur medialen Rezeption der Lage von Christen in Nigeria [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #0000ff;">Vorbemerkung.</span> Ich finde Gewalt widerlich und das Zählen von Opfern ebenso. Das Rechtfertigen von Gewalt finde ich abscheulich und nichts liegt mir ferner als Gewalt, von wem auch immer sie verübt worden ist, zu rechtfertigen. Dennoch – oder gerade deshalb – kann ich mir <strong>einige Bemerkungen zur medialen Rezeption der Lage von Christen in Nigeria </strong>nicht verkneifen, geht es doch hier zumindest ansatzweise um die Rechtfertigung von Gewalt, durch eine voreilige und – wie sich herausstellen wird – völlig unbegründete Rede von „Vergeltung“ bzw. „Rache“ im Zusammenhang mit einem Massaker an Christen. Ganz abgesehen davon, dass es ohnehin keinen guten Grund für Rache geben kann und die Vergeltung in der Ethik des Strafens eine zwiespältige Rolle ausfüllt, sind auch unten der Voraussetzung, Vergeltung bzw. Rache könne als „legitime Strafaktion“ gelten, keinerlei Anhaltspunkte zu erkennen, die eine solche „Strafe“ fundierten.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Ausgangspunkte und Hintergründe. </span><em>Sich Christen als Gewalttäter vorzustellen, fällt hierzulande im Allgemeinen leicht.</em> Dazu reichen ein paar Stichworte: „Kreuzzüge“, „Inquisition“, „Hexenverbrennung“, „Bush“, „Nordirland“, neuerdings auch „Missbrauch“. Auch wenn den Nutzern dieser Schlagwörter nicht immer klar zu sein scheint, was sich genau dahinter verbirgt (kaum jemand weiß etwa, dass gerade und nur durch die Inquisition der Hexenwahn in katholischen Gefilden zur Marginalie wurde, und noch viel weniger wissen, dass der erste Kreuzzug heute selbst von den Grünen, gemessen an deren Argumentation zum Kosovo-Krieg, als „humanitäre Intervention“ eingestuft werden müsste), so reicht doch die schillernde Strahlkraft der Kampfbegriffe aus, um sich Christen als Opfer ein für alle mal aus dem Kopf zu schlagen.</p>
<p>Die Wirklichkeit sieht – und jeder halbwegs redliche Mensch weiß das – völlig anders aus. Seit Jahrzehnten tobt eine globale Christenverfolgung epochalen Ausmaßes, der bereits mehrere Millionen Christen zum Opfer fielen. 250 Millionen Christen erleiden derzeit erhebliche Nachteile wegen ihres Bekenntnisses. Sie werden in den Medien diskreditiert und diffamiert. Sie werden in der Schule verlacht und verspottet. Sie werden am Ausbildungsplatz bedrängt und belästigt. Sie bekommen keine Arbeit und werden bei der Vergabe öffentlicher Ämter benachteiligt. Einige von ihnen werden verhaftet, inhaftiert, versklavt, gefoltert und ermordet. Jedes Jahr sterben über 100.000 Christen, weil sie Christen sind. Klar, andere Menschen sterben auch infolge „religiöser Gewalt“. <span style="color: #0000ff;">Doch Christen sind zu weit über 90% Opfer und zu weit unter 1% Täter religiös motivierter Gewalt.</span></p>
<p><em>Dennoch scheint es opportun,</em> das allseits kolportierte Bild des Christen, der wegen seines Lebensentwurfs (Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennung) verdientermaßen den Hass der Welt auf sich zieht, zu hegen und zu pflegen, wo es nur geht. Und auch dort, wo es eigentlich nicht mehr geht. Etwa in Nigeria. Zugegeben: Ich kenne mich nicht besonders gut aus in Nigeria. Ich weiß nur wenig über dieses riesige afrikanische Land. Menschen, die sich da besser auskennen, warnen vor einer schier undurchdringbaren Komplexität der Problemlage mit ihren wirtschaftlichen, politischen, ethno-sozialen und auch ökologischen Implikationen. Doch um die geht es mir hier nicht. Es geht mir um die Berichterstattung zum jüngsten Massaker an Christen in Nigeria, wie sie in deutschen Medien erscheint. Dafür reicht es erst mal aus, dass ich lesen kann.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Das Ereignis vom 7. März.</span> Die Nachricht, die durch die Presse ging, lautet: Muslimische Nomaden haben in der Nacht zum 7. März drei christliche Dörfer in Jos (Nigeria) angegriffen. <span style="color: #0000ff;">Dabei wurden binnen drei Stunden mehr als 500 Christen mit Macheten oder Äxten getötet und anschließend verbrannt.</span></p>
<p>Jeder Mensch stellt sich angesichts einer solchen Bluttat die Frage nach den Gründen. Auch die Berichterstatter der Online-Ausgaben von <em>Tagesschau</em> und <em>Spiegel</em>, zwei wirkmächtige deutsche Medienorgane. Die <em>Tagesschau</em> meint, es sei eine „Vergeltungsaktion“ und beruft sich auf Mutmaßungen der nigerianischen Behörden. Der <em>Spiegel</em> meint, es sei „offenbar“ ein „Racheakt“ und beruft sich auf die Stellungnahme eines Menschenrechtlers namens Shehu Sani. Beide zusammen, <em>Tagesschau</em> und <em>Spiegel</em>, erwecken damit den <span style="color: #0000ff;">Eindruck, als geschehe den Christen irgendwie ganz Recht.</span></p>
<p>Es kostet einige Mühe, die „Vergeltungsthese“ kritisch zu hinterfragen. Eigentlich verlange ich von gutbezahlten Journalisten, dass sie diese Arbeit selbst erledigen und mir nicht einen halben Arbeitstag Recherchedienste aufnötigen, aber ich, der es genau wissen will, bin ja mit meinem Wahrheitsfimmel auch in gewisser Weise selber Schuld. So wie die massakrierten Christen.</p>
<p>Es stellt sich die Frage: „Rache“, „Vergeltung“ – wofür? Was haben die Christen getan, dass man meint, sich so an ihnen genugtun zu müssen? Nota bene: Unter zivilisierten Menschen sollte selbstverständlich Konsens herrschen, dass nichts ein solches Massaker im eigentlichen Sinne des Wortes „rechtfertigt“. Ich gehe dem „Rache“-Gedanken also im Sinne einer <em>Erklärung</em> für das, was geschah, nach – ich bin dabei nicht auf der Suche nach einer <em>Entschuldigung</em>.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Die nigerianischen Behörden – ein fragwürdiger Informant. </span>Zunächst zum Informanten der <em>Tagesschau</em>, den nigerianischen Behörden. Das hört sich natürlich gut an: Behörde. Das klingt offiziell und unantastbar. <em>Behörde</em>, das ist der Hohepriester der säkularistischen Zivilreligion. Immerhin nutzt die <em>Tagesschau</em> den Konjunktiv. Was aber hängen bleibt, das ist <em>Behörde</em>.</p>
<p>Wer einen kritischen Blick auf die <em>nigerianischen Behörden</em> wirft, stellt fest, dass es die gleichen Behörden sind, die scheinbar kein Interesse haben, Christen zu schützen. In einer am Montag in der englischen Zeitung <em>The Guardian</em> veröffentlichten Stellungnahme klagte der Rat christlicher Kirchenführer, die in Jos stationierten Truppen seien benachrichtigt worden, als das christliche Dorf Dogo Nahawa von muslimischen Nomaden belagert wurde. Die Soldaten seien jedoch erst Stunden später in dem fünf Kilometer entfernten Dorf eingetroffen. „Wir haben kein Vertrauen mehr in die Armee wegen ihrer Vorbehalte gegen Christen“, heißt es in der Erklärung. Behörden, die von einer Armee gestützt werden, die Vorbehalte gegen Christen hat, sind ein denkbar schlechter Kronzeuge in Sachen Motivsuche. Wenn also die <em>Tagesschau</em>-Informanten jene Behörden sind, die nicht eingreifen lassen, wenn Frauen und Kinder abgeschlachtet werden, dann stellt sich nicht nur die Frage, was die behördliche Vermutung, es habe sich um Vergeltung gehandelt, wert ist, sondern vor allem: Warum schluckt die <em>Tagesschau</em> eine solche Angabe, ohne jeden kritischen Kommentar? Hätte man am 9. November 1938 bei deutschen Behörden angefragt, warum plötzlich so viele Synagogen brennen, wäre die Antwort auch gewesen: „Vergeltung!“ Mir fällt jetzt gerade keine Bezeichnung für einen Journalisten ein, der angesichts dieser Auskunft gesagt hätte: „Ach so! Naja, dann.“</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Vergeltung? – Die Ereignisse vom Januar.</span> Doch was hat es mit der Vergeltung auf sich? Wir erinnern uns: Es sind nicht nur die Behörden gewesen, die von Vergeltung sprachen, sondern auch der Menschenrechtler Shehu Sani. Er bezeichnete das Massaker als „Racheakt“ für die religiös motivierte Gewalt in Jos, durch die im Januar etwa 300 Menschen starben, die meisten von ihnen Muslime.</p>
<p>Was war los im Januar? Wir erfahren es in mehreren Texten im <em>Spiegel</em>. Genauer gesagt: Wir erfahren eigentlich nichts genaues. Doch der Reihe nach.</p>
<p>Am 22. Januar meldete der <em>Spiegel</em>:<strong> „Christen und Muslime tragen im Herzen Nigerias einen blutigen Religionskrieg aus – Hunderte wurden in den vergangenen Tagen in der Stadt Jos massakriert.“ </strong>Wieder stellen sich Fragen: 1. Wer sind die Opfer? 2. Wer sind die Täter? Und –vor allem – 3. Was war hier der Auslöser?</p>
<p>Nachdem sich der <em>Spiegel</em> am 19. Januar im Hinblick auf die Ursache noch sicher war („Der Streit entzündete sich am Bau einer Moschee in einem mehrheitlich christlichen Gebiet in Plateau.“) rudert er drei Tage später zurück und behauptet: „Was das Gemetzel am vergangenen Sonntag ausgelöst und wer wen provoziert hat, blieb unklar.“ Noch einmal: <em>Es blieb unklar</em>. Hinsichtlich der Schuld- und damit auch der Strafbarkeitsfrage sind die <em>Absichten </em>entscheidend, nicht etwa die Konsequenzen. Die Stoßrichtung unseres Strafrechts ist intentionalistisch, nicht konsequentialistisch. Wenn also „Vergeltung“ (<em>Tagesschau</em>) bzw. „Rache“ (<em>Spiegel</em>) als „Strafe“ in Frage kommen soll, dann sollte die Schuld erwiesen sein. Diese zeigt sich in der<em> Absicht</em>. Dazu muss auf den Anlass der Gewalt geschaut werden, nicht auf die Folgen. Die Zahl der Toten – auf welcher Seite auch immer – sagt nichts aus über Ursachen oder Gründe.</p>
<p>Der <em>Spiegel</em> spekuliert – trotz der Unklarheit, die auch andere Medien einräumen müssen – über drei mögliche Gewalt-Auslöser: „Eine Version der Geschichte: Militante Muslime hätten Christen nach dem Sonntagsgebet aufgelauert. Andere Quellen besagen, der Streit habe begonnen, als christliche Jugendliche in ihrem Viertel gegen einen Muslim vorgegangen seien, der versucht habe, sein bei Unruhen 2008 niedergebranntes Haus wieder aufzubauen. Und wieder andere sagen, es sei um den Bau einer Moschee in einem christlich geprägten Viertel gegangen.“</p>
<p>Was ist von diesen „Auslösern“ zu halten? Nun, sie erscheinen mehr als dürftig, wenn sie die Christen belasten sollen und das sollten sie ja, da die nachfolgende Gewalt von ihnen verschuldet gewesen sein muss, damit sich Moslems knapp zwei Monate später „rächen“ können.</p>
<p>Im ersten Fall – <strong>militante Muslime lauern Christen auf – kann bei letzteren wohl kaum die Schuld liegen, </strong>auch wenn man die Darstellung der <em>BILD</em>-Zeitung vom 22. Januar nicht teilt: <strong>„</strong>Auslöser waren offenbar Angriffe militanter Moslems, die Christen auf dem Heimweg vom Gottesdienst überfielen“. Das „offenbar“ bezieht sich auf die Darstellung von <em>Human Rights Watch</em>, eine nichtstaatliche Organisation, die sich weltweit für die Wahrung der Menschenrechte einsetzt und in Fragen religiöser und ethnischer Konflikte als neutral gelten kann. <em>Human Rights Watch</em> bezieht sich hierbei auf Polizeiangaben, doch die Menschenrechtsorganisation weist zugleich darauf hin, dass Vertreter der Muslime den Überfall bestreiten. Das „offenbar“ ist hier also ebenso fehl am Platz wie das „offenbar“ im Zusammenhang mit der Vergeltungsvermutung in der Berichterstattung des <em>Spiegel</em> zu den Ereignissen vom 7. März. Doch für die Widerlegung der Vergeltungsthese reicht es ja aus, wenn nachgewiesen wird, dass Christen keine Schuld an den Unruhen trifft, es muss nicht gezeigt werden, dass Muslime verantwortlich sind, obgleich das die „Sache mit der Rache“ freilich vollends ad absurdum führte.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Im zweiten Fall wird davon ausgegangen, <strong>Jugendliche haben <em>einen</em> Muslim daran zu hindern versucht, sein Haus aufzubauen. Wie haben sie es versucht? Und: Warum haben sie es versucht? Das wird nicht gesagt. Im Spiegel zumindest nicht. Bei <em>Human Rights Watch</em> ist dagegen zu lesen, es habe eine Diskussion gegeben, weil das Haus in einer christlichen Siedlung errichtet werden sollte. </strong>Da stellen sich erneut Fragen: Warum gerade dort? Wer provoziert hier wen? Fragen ohne Antwort.</p>
<p>Der dritte Fall ist nun wirklich interessant: <strong>ein Moscheebau in einem <em>christlich </em>geprägten Viertel. </strong>Wieder stellen sich dieselben Fragen: Warum gerade dort? Wer provoziert hier wen? Und: Welchen Sinn macht der Bau einer Moschee in einem <em>christlich </em>geprägten Viertel? Ein Schelm, der darin Expansionsgelüste sieht!</p>
<p>Wie dem auch sei: Als eindeutige Schuldzuweisung an das christliche Lager taugen die drei mutmaßlichen „Auslöser“ ganz und gar nicht. Das Eis für die Vergeltungsthese ist alles in allem sehr, sehr dünn.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Wenn Muslime Opfer sind, sind Christen dann die Täter? </span>Menschenrechtler Shehu Sani meinte ja, die meisten der etwa 300 Opfer der „Januar-Unruhen“ seien Muslime. Nehmen wir mal an, er hat Recht. Dann stellt sich die Frage: Wenn Muslime Opfer sind, sind Christen dann automatisch die Täter? In der Logik dieses Konflikts scheint es so zu sein, doch sollte man dennoch nicht ungeprüft davon ausgehen.</p>
<p>Zwar bestätigte auch<em> Human Rights Watch</em>, dass in der Tat bei den Ausschreitungen sowohl Muslime als Christen umkamen, nannte aber nur die Zahl der getöteten Moslems (nach Angaben muslimischer Kreise „mindestens 364“; die örtliche Polizei hält dies für „falsch“ und auch <em>Human Rights Watch</em> erscheint die Zahl zu hoch und spricht infolgedessen von „mindestens 150“ muslimischen Opfern, was etwa der Hälfte der geschätzten Gesamtopferzahl entspricht), während die Zahl der getöteten Christen noch nicht genau ermittelt werden konnte.</p>
<p>Auch nährt die Menschenrechtsorganisation hinsichtlich der Täterschaft gewisse Zweifel an der Vermutung, es seien Christen gewesen, die das Blutbad angerichtet haben. Nicht näher spezifizierte „Zeugen“ <em>behaupteten </em>lediglich, sie <em>glaubten</em>, unter den Gewalttätern Christen erkannt zu haben, so <em>Human Rights Watch</em>. Feststehen tut dies aber damit keineswegs. Zweifel scheinen durchaus angebracht. Warum, so fragt man sich zum Beispiel, sind wohl etwa die Hälfte der Opfer Christen (ausgehend von der Differenz aus vermutlicher Gesamtopferzahl und der Zahl muslimischer Opfer nach neutraler Schätzung), wenn es doch eine einseitige Gewaltaktion dieser Christen gewesen sein soll? Im Zusammenhang mit dem Massaker vom 7. März wird von muslimischen Opfern nichts berichtet. Im Klartext: Die Identität der Täter vom 19. Januar ist völlig unklar. Zu hoffen ist, dass die polizeilichen Ermittlungen erfolgreich sind, damit diese Täter, welcher Religion oder Ethnie sie auch immer angehören mögen, ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Zwischenergebnis. </span>Halten wir fest, was fest steht: Es gab im Januar eine oder mehrere Schlachten zwischen Christen und Moslems. Die Ursachen sind unklar, ebenso die Verantwortung für einzelne Morde. Es steht am Ende also nur fest, <em>dass</em> es Gewalt gab – mit Opfern auf beiden Seiten. Alles andere ist Sache der laufenden Ermittlungen.</p>
<p>Es gab Gewalt. Gewalt – aufgrund derer dann Muslime „Rache“ üben? „Rache“ – für was? Dass sich Christen nicht auflauern lassen? Dass sie keine Muslime als Nachbarn dulden? Dass sie keine Moschee in ihrem Dorf haben möchten? Oder Rache für die mutmaßliche Rache von Christen, die sich nicht auflauern lassen und nicht okkupiert werden möchten? Wenn es denn überhaupt Christen waren, an jenem 19. Januar.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Die allgemeine Unklarheit über Anlässe, Ursachen und Täterschaft hält die <em>Tagesschau</em> jedoch nicht davon ab, ihre Analyse zu den jüngsten Vorfällen einzuleiten mit „Auge um Auge, Zahn um Zahn: Seit Jahren massakrieren sich in Nigeria immer wieder muslimische Nomaden und christliche Siedler. Erst im Januar hatten Christen Hunderte Muslime getötet. </span>Am Wochenende metzelten wiederum muslimische Viehzüchter Christen nieder.“ Mal die einen, mal die anderen. Wie gehabt: Religion führt zu Gewalt, die eine wie die andere. Damit hat die säkularisierte Seele ihre Ruhe. Auch wenn der Mittelsatz („Erst im Januar hatten Christen Hunderte Muslime getötet.“) durch nichts, der Schlusssatz („Am Wochenende metzelten wiederum muslimische Viehzüchter Christen nieder.“) dagegen eindeutig belegt ist, auch wenn die Ausschreitungen im Januar, wer auch immer im Einzelnen dabei war, ganz offensichtlich Teil einer Kette von Hass und Gewalt provozierenden Ereignissen waren (Quelle: die neutrale Instanz <em>Human Rights Watch</em>), die neuerliche Gewalt vom 7. März aber nur sehr umständlich und unplausibel mit den Ereignissen im Januar in Verbindung gebracht werden kann (Quelle: die alles andere als neutrale Instanz <em>nigerianische Behörden</em>), auch wenn die Aggression der Muslime geplant, koordiniert und konzertiert stattfand (Zeitungen berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, dass die muslimischen Bewohner per SMS vor dem dreistündigen Massaker gewarnt worden seien), die der Christen – wenn es denn Christen waren – jedoch so spontan, dass es noch Widerstand geben konnte (<em>Human Rights Watch</em> weiß von einem Pastor, der mäßigend auf die Menge einwirkte), auch wenn also alles dafür spricht, als Journalist eine klare Position zugunsten der christlichen Kommunität zu beziehen, üben sich <em>Tagesschau</em> und <em>Spiegel</em> hinsichtlich der Schuldfrage nicht nur in einer vielleicht noch angemessenen Zurückhaltung, die Qualitätsmedien gut zu Gesicht steht, soweit sie sich der „Neutralität“ verpflichtet fühlen, sondern sie verbreiten in unangemessener Weise freie Spekulationen über „Vergeltung“ (Tagesschau) und „Rache“ (Spiegel), <em>die durch nichts belegt sind</em>.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Die wahren Gründe der „Auseinandersetzungen“. </span>Nicht wenige Beobachter vermuten, dass das Massaker vom 7. März eingebettet ist in eine islamistische Expansion zur Durchsetzung der Shari’a in ganz Nigeria, getragen von radikalen, gewaltbereiten Moslems.</p>
<p>Selbst an einigen Stellen der<strong> <em>Spiegel</em>-Texte über die „Unruhen“ im Januar </strong>wird die Sprache kurzzeitig verräterisch, <strong>wird der neutrale Duktus verlassen, der so sehr vermitteln will, es handle sich ganz allgemein um religiöse Gewalt zwischen gleich großen und gleich aggressiven Gruppen, </strong>die sich nun mal ab und zu in die Haare kriegen, mal aus dem einen und mal aus dem anderen Grund.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Am 22. Januar schreibt <strong>der <em>Spiegel </em></strong>im Artikel <strong><em>Massaker in Nigeria: Hetzen, jagen, töten </em></strong>über die Gewalt: „Dass radikale Muslime Jos attackieren wollten, darüber hatte es seit Wochen Gerüchte gegeben.“ Das kann ja nur bedeuten, dass radikale Muslime am Ende Jos attackiert <em>haben</em>. Sonst bräuchte man sich nicht mit derlei Gerüchten befassen. Weiter im <em>Spiegel</em>-Text: „Es blieb gespenstisch ruhig – eben bis vergangenen Sonntag. Es waren Szenen, wie sie Jos inzwischen kennt. Menschen rannten durch die Straßen, gehetzt, gejagt, auf der Flucht. Die Jäger hinter ihnen her, wen sie erwischten, metzelten sie nieder, Häuser brannten sie nieder, egal ob die Bewohner geflüchtet waren oder nicht.“ Nicht gesagt wird, wer in Jos wen „gejagt“ hat. Doch im Zusammenhang mit dem Eingangssatz kann es nur bedeuten, Muslime haben zuerst Jagd auf Christen gemacht, die sich dann wehrten (denn es gab ja auch Opfer unter den Muslimen). Daraus einen Angriff der Christen zu machen, der jetzt „vergolten“ wurde, ist – wie gesagt –mehr als abwegig.</p>
<p>Und dann der Satz, der wohl beim Redigieren durchgerutscht ist, weil er ein deutliches, so gar nicht <em>Spiegel</em>-typisches Bild der Grundsituation zeichnet, wie sie jedoch wohl wirklich ist: „Von Norden her drängen die Muslime nach Süden, die Christen halten dagegen.“ Das hört sich schon sehr verdächtig nach Aggression an. Denn wieso „drängen die Muslime nach Süden“? Was haben sie dort verloren? Und was sollten die Christen denn tun, wenn nicht „dagegen halten“? Die Rollen von Angreifern und Verteidigern sind also klar verteilt. Dennoch: Eine Fotostrecke wird entgegen der Faktenlage betitelt mit „Christen gegen Muslime“, so als seien die Christen diejenigen, die angreifen. Ebenso am 19. Januar, als der <em>Spiegel</em> einen Text <em>Unruhen in Nigeria: Zahlreiche Tote bei Kämpfen zwischen Christen und Muslimen</em> betitelt. Die Übergriffe der Muslime auf Christen werden im weiteren Verlauf der Darstellung euphemistisch „Zusammenstöße zwischen Anhängern der beiden Religionen“ genannt. Stimmt ja auch. So wie eben Deutsche und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus ab und an „zusammenstießen“. Man könnte auch den „Plan Barbarossa“ so beschreiben: „Von Westen her drängen die Deutschen nach Osten, die Russen halten dagegen.“ Es liegt nun in der Logik der <em>Spiegel</em>-Darstellung, analog für die Deutschen ein „Vergeltungsrecht“ abzuleiten, weil sie damals bekanntlich mit ihrer Eroberung des „Lebensraums im Osten“ scheiterten.</p>
<p>Interessant ist auch, wie der <em>Spiegel</em> zunächst über das neuerliche Massaker vom 7. März berichtet: Während er zunächst im gewohnt „neutralen“ Duktus von „<strong>Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen“ spricht </strong>(<em>Religionskrieg in Nigeria: Neue Gewaltwelle fordert dutzende Todesopfer</em>, 7. März),<strong> </strong>muss er tags darauf unter dem überwältigenden Druck der Sachlage einräumen, dass<strong> </strong>in Jos <strong>wohl doch eher ein „Massaker an Christen“ stattfand</strong> (<em>Entsetzen über Massaker an Christen in Nigeria</em>, 8. März), schiebt dann jedoch schnell die „Rachethese“ nach: „Hunderte Dorfbewohner sind in Nigeria brutal ermordet worden – offenbar bei einer Racheaktion von Muslimen an Christen“.</p>
<p>Wie „offenbar“ es sich dabei um „Rache“ gehandelt hat, habe ich versucht, nachzuvollziehen. Ohne Ergebnis. Mit ein wenig Mühe platzt die Vergeltungsvermutung. Wie bereits eingangs gesagt: Diese Recherchearbeit hätte ich gerne von den Journalisten erledigt gesehen.</p>
<p>Leider muss ich dem <em>Spiegel</em> nicht nur Fahrlässigkeit, sondern auch einen gewissen Vorsatz unterstellen, weiß er doch sehr wohl um die Gefahr der islamistischen Bedrohung des Südens durch den mehrheitlich muslimischen Norden, deren fanatische Strategen ein klares Ziel haben: die Einführung der Shari’a in ganz Nigeria. Bloß hält er Zeugnisse darüber für Hysterie. Zu der Tatsache, dass während ähnlicher „Unruhen“ und „Zusammenstöße“ im Jahre 2008 „Muslime aus den benachbarten Niger und Tschad“ festgenommen wurden, weiß der <em>Spiegel</em> nämlich nichts weiter zu sagen als dass dies „ein Umstand [ist], der von den Christen gerne angeführt wird, um die Bedrohung noch deutlicher zu machen“. Es ist schon unverschämt von diesen Christen, jetzt auch noch „gerne“(!) darauf aufmerksam zu machen, dass sich die radikalen Muslime multinational und multiethnisch gegen sie verbünden. Die Christen sollten sich überlegen, dass sie damit die schöne These zunichte machen, es ginge den Islamisten in Nigeria um alles, nur nicht um die Einführung der Shari’a. Diese panmuslimische Verbindung legt nun aber genau das nahe. Wenn Muslime über Grenzen hinweg kämpfen, dann kämpfen sie wohl für „ihre“ Sache – diese Vermutung scheint mir nicht so gewagt, als dass man sie unbedingt verschweigen müsste. Den <em>Spiegel </em>aber ficht das nicht an.</p>
<p>Auch der Umgang mit den muslimischen Tätern macht den <em>Spiegel </em>nicht hellhörig: „Die Beschuldigten wurden in die Hauptstadt Abuja gebracht, danach hat man nichts mehr von ihnen gehört, Gerichtsverfahren gab es jedenfalls nicht. Weil die Gefängnisse auch in Nigeria notorisch überfüllt sind, wurden sie vermutlich freigelassen.“ Noch mal zu Erinnerung: Es handelt sich bei diesen Behörden, die muslimische Täter aus fadenscheinigen Gründen laufen lassen, um jene Behörden, die sagen, <strong>es handle sich bei dem neuerlichen Massaker an Christen in Jos um „Vergeltung“, </strong>was ihnen wiederum die (bislang) von mir hochgeschätzte <em>Tagesschau</em> ohne weiteres abnimmt.</p>
<p><em>Es geht um Stimmung, nicht um Wahrheit.</em> Christen weisen <em>gerne</em> auf Fakten hin. Sehr gerne sogar. Im Gegensatz zu einigen Journalisten, die solche Fakten – ich sage jetzt nicht: <em>gerne</em> – übersehen. Die haben ihre eigene „Denke“. Statt „Einführung der Shari’a in ganz Nigeria“ als den wahren, aber politisch unkorrekten Grund der Gewalt zu benennen, wird von „Vergeltung“, „Rache“, „Auseinandersetzungen“, „Unruhen“, „religiöser Gewalt“ und sonst was gefaselt. Stets klingt die „Mitschuld der Christen“ an. Die passt in die Stimmung. Eine alte Journalisten-„Weisheit“ lautet: „Es muss nicht wahr sein, was Du schreibst, es muss nur stimmen!“</p>
<p>Mit diesem Ethos tragen einige Medien dazu bei, dass Menschen eine dumpfe Religionskritik aufbauen können, die sich in den Kommentaren auch prompt wiederfinden lässt, <span style="color: #0000ff;">in denen dann allen Ernstes – Sie erraten es – die Kreuzzüge als Rechtfertigung einer „legitimen“ muslimischen „Vergeltung“ vom 7. März angeführt werden. Und für jede andere künftige „Racheaktion“ auch.</span> Dies ist zum einen Zeugnis eines verbohrten Christen- und Kirchenhasses, wie er hierzulande eine neue Blütezeit erfährt, zum anderen aber auch das Resultat eines verdammt schlechten Journalismus’, wie er in Qualitätsmedien nichts zu suchen hat.</p>
<p>Noch mal zum Mitschreiben: Aus nicht klaren Gründen gibt es Gewalt, die von Tätern verübt wird, deren Identität im Dunkeln liegt. Die Opferzahlen sind unklar. Das reicht aber aus, um in deutschen Medien unhinterfragt die „Sache mit der Rache“ breitzutreten. Es kann ja sein, dass einige radikale Muslime sauer sind und nach Rache schreien, wenn sie nicht so zum Zuge kommen, wie gewünscht, sei es, dass ihnen die Baugenehmigung für eine Moschee verweigert wird, sei es, dass sie mit ihren Auflaueraktionen zu früh oder zu spät kommen, weil sich die Gottesdienstzeiten der Gemeinden verändert haben, sei es auch nur, dass Christen etwas zu stark „dagegen halten“, wenn sie angegriffen werden. Das macht diese muslimischen Extremisten natürlich wütend und da braucht man sich eben nicht zu wundern, wenn die ein paar Wochen später noch mal angreifen. Warum auch lassen sich die Christen nicht gleich beim ersten Mal abschlachten? Dann müssten die Islamisten auch nicht immer wieder „Vergeltung“ üben! Das alles mag in den Köpfen radikaler, gewaltbereiter Moslems herumspuken. Aber müssen deutsche Medien da mitspielen?</p>
<p>Muslime wollen expandieren, lauern auf, greifen an, dringen ein; Christen verteidigen sich. Im politisch korrekten Sprachgebrauch heißt das: „religiöser Konflikt“, „Zusammenstoß“, „Unruhe“. Die Tatsache, dass Christen sich offenbar wehren, wenn man ihnen auflauert, in ihr Siedlungsgebiet eindringt, eine Moschee vor die Tür setzt, ist in diesem Duktus letztlich Anlass für „Vergeltung“. Die Aggression wird damit in unerträglicher Weise relativiert.</p>
<p>Mögen konkrete Vorfälle wie der vom 7. März auch andere als nur religiöse Gründe haben, die allgemeine Richtung ist klar:<strong> <em>Islamistische Expansion zur Einführung der Shari’a</em>. Das ist der eigentliche Grund der Gewalt. </strong>Deutsche Medien sollten sich nicht länger scheuen, diese Wahrheit auszusprechen. Auch wenn sie nicht in die Stimmung passt.</p>
<p><span style="color: #0000ff;">Nachwort. </span>Ich finde Gewalt widerlich und das zählen von Opfern ebenso. Das Rechtfertigen von Gewalt finde ich abscheulich und nichts liegt mir ferner als Gewalt, von wem auch immer sie verübt worden ist, zu rechtfertigen. Das heißt für mich jedoch nicht auf ewig zu schweigen, wenn subtil der Eindruck erweckt wird, Täter seien Opfer und Opfer Täter.<em> </em></p>
<p>Es geht mir nicht darum, „den“ Islam pauschal der Gewaltbereitschaft zu bezichtigen. Doch scheint es radikale muslimische Kreise zu geben, die vor Gewalt nicht zurückschrecken, wenn es um „ihre“ Sache geht. Sie scheinen zudem einen erheblichen Einfluss zu haben. Es geht mir auch nicht darum, alle Christen dieser Welt pauschal von jeder Gewaltbereitschaft frei zu sprechen. <strong>Wohl aber ist mir wichtig, die Gewaltfreiheit der christlichen Religion zu betonen,</strong> die von den Gläubigen – soweit es irgend geht – nicht aufgegeben werden darf.</p>
<p><em>Dass</em> dies geht, davon zeugt das Beispiel der couragierten Pastors, von dem <em>Human Rights Watch</em> berichtet. Besonders hoffnungsfroh macht, dass es ein Imam war, der von dem besänftigenden Eingreifen des christlichen Gemeindeleiters Zeugnis gab. Darum ist jener Vorfall für mich die eigentliche Botschaft dieser Tage aus Nigeria: die Mahnung an alle Christen, nicht menschlich, sondern christlich auf Gewalt zu reagieren. Sie gilt ebenso für die Muslime guten Willens. Nur gemeinsam gelingt es, nicht immer wieder Gleiches gleich mit Gleichem zu vergelten, sondern den Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen und am Ende zu Versöhnung und Frieden zu gelangen. Das ist die Hoffnung. Der Pastor nährt sie durch sein gutes Zeichen. Leider war auch davon in den deutschen Medien nichts zu lesen.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://jobo72.wordpress.com/"><em>Josef Bordat</em></a></p>
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		<title>Ägypten: Mörder eines koptischen Christen freigesprochen</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 12:31:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Gericht in der ägyptischen Stadt Assiut sprach Ende Februar vier Muslime frei, die wegen der Ermordung des 61jährigen Christen Farouk Attallah am 19. Oktober 2009 angeklagt waren. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weigerte sich der Richter, die Aussagen der Belastungszeugen zu berücksichtigen.
Tatmotiv für den Mord an Farouk Henry Attallah war ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Gericht in der ägyptischen Stadt Assiut </em>sprach Ende Februar <strong>vier Muslime frei, die wegen der Ermordung </strong><strong>des 61jährigen Christen Farouk Attallah </strong>am 19. Oktober 2009 angeklagt waren. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weigerte sich der Richter, die Aussagen der Belastungszeugen zu berücksichtigen.</p>
<p>Tatmotiv für den Mord an Farouk Henry Attallah war ein Gerücht über eine sexuelle Beziehung zwischen seinem Sohn Romany und einem muslimischen Mädchen, Hagger Hassouna. <span style="color: #0000ff;">Nachdem es der Familie des Mädchens nicht gelang, Attallahs geflohenen Sohn Romany ausfindig zu machen, wurde statt seiner der Vater ermordet.</span></p>
<p>Die Mörder <strong></strong> feuerten 31 Kugeln in den Kopf des Opfers ab, bevor sie ihn auf dem belebten Dorfmarktplatz von Attaleen nahe Dairout, 313 Kilometer südlich von Kairo, enthaupteten. <span style="color: #0000ff;">Der Körper des Ermordeten wurde dann, begleitet von Siegesrufen, durch die Straße geschleift.</span></p>
<p>Die Verhaftung der Täter am 24. Oktober 2009 entfachte gewalttätige Ausschreitungen muslimischer Ägypter gegen die Kopten in Dairout. Läden, Apotheken und Häuser in christlichem Besitz wurden geplündert und angezündet, berichtet die IGFM.<br />
Nach Angaben der IGFM wagte eine Reihe von Augenzeugen nicht, im Mordfall auszusagen – aus Angst vor Rache der Familie der Täter. Das Gericht berücksichtigte aber auch die Aussagen der Belastungszeugen nicht, die eine Aussage wagten. Zu ihnen gehörte auch ein muslimischer Ägypter, der durch die auf das Opfer abgefeuerten Schüsse verletzt wurde.</p>
<p>In Ägypten sind ca. 10 Prozent der über 70 Millionen Einwohner christliche <span style="color: #0000ff;">Kopten. Sie werden von der muslimischen Mehrheit in Gesellschaft, Beruf und kulturellem Leben systematisch diskriminiert. </span>Immer wieder kommt es auch zu gewaltsamen Übergriffen, vereinzelt auch zu Pogromen. Seinen Höhepunkt erreichte die staatliche Hetzkampagne gegen die Kopten nach dem Massaker am orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar 2010 in Nag Hammadi, wo radikale Muslime sechs Christen erschossen und mehrere Dutzend schwer verletzt hatten. Über 100 Christen aus Nag Hammadi wurden daraufhin ohne Grundangabe von Sicherheitskräften verhaftet &#8211; als Druckmittel gegen die Kirche, damit diese ihre Strafanzeigen gegen die Täter zurückzieht. <em>Quelle: IGFM</em></p>
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		<title>Iran: Mit Folter und Todesstrafe gegen Christen</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 12:59:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Josef</dc:creator>
				<category><![CDATA[Todesstrafe]]></category>
		<category><![CDATA[Verfolgte Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Folter]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Konvertiten]]></category>
		<category><![CDATA[Religiöse Minderheiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet über die Festnahme des christlichen Pastors Hamid Shafiee und seiner Frau Reyhaneh Aghajari am 28. Februar in Isfahan durch Geheimdienstmitarbeiter. Die Behörden verweigern Informationen darüber, warum und wo das Ehepaar gefangen gehalten wird.
Pastor Shafiee und seine Frau sind vor etwa 15 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet über die <strong>Festnahme des christlichen Pastors Hamid Shafiee </strong>und seiner Frau Reyhaneh Aghajari<strong> </strong>am 28. Februar in Isfahan durch Geheimdienstmitarbeiter. Die Behörden verweigern Informationen darüber, warum und wo das Ehepaar gefangen gehalten wird.</p>
<p>Pastor Shafiee und seine Frau sind vor etwa 15 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten und bereits mehrfach von den Behörden schikaniert worden. <span style="color: #0000ff;">Nach dem in der Islamischen Republik Iran geltenden Recht können Männer, die vom Islam abfallen, hingerichtet werden. Frauen droht zwar im Iran dafür nicht die Todesstrafe, sie können aber zu lebenslanger Haft verurteilt und täglich zu den fünf islamischen Gebetszeiten ausgepeitscht werden.</span></p>
<p>Pastor Shafiee leitete eine örtliche Hausgemeinde ehemaliger Muslime. Bei der Durchsuchung seines Hauses beschlagnahmten die Geheimdienstbeamten Bücher, Mobiltelefone, CDs, mehrere Bibeln in Farsi, aber auch anderes persönliches Eigentum des Ehepaares, wie gerahmte Wandbilder. Die Ehefrau des Pastors wurde bei der Verhaftung von den Beamten misshandelt und verprügelt.</p>
<p><strong>Assyrischem Pfarrer Issavi droht Todesstrafe. </strong>Bereits am 2. Februar war in Isfahan der Pastor der Assyrisch-Evangelischen Gemeinde Kermanshah, Wilson Issavi, verhaftet worden und galt danach tagelang als „verschwunden“. Die Ehefrau Issavis, Madeleine Nazanin, berichtete jetzt, <strong>dass ihr Mann in der Haft gefoltert wurde </strong>und sich in einem beklagenswerten Zustand befände.<strong> </strong>Nach Angaben eines Beamten wird Pastor Issavi in Isfahan gefangen gehalten. <span style="color: #0000ff;">Ihm wird vorgeworfen, Muslime bekehrt und getauft zu haben. Ihn erwarten „Prozess und Hinrichtung“:</span></p>
<p><strong>Hintergrund: Religiöse Minderheiten drangsaliert. </strong>Von den rund 70 Millionen Einwohnern des Iran gehören heute noch ca. 100-250.000 den traditionellen christlichen Minderheiten an. Nach Angaben der IGFM ist die Zahl ehemaliger Muslime, die vom Islam zu Christentum übergetreten sind und einzeln oder in Untergrundgemeinden im Iran leben, unbekannt. <em>Sie wird auf bis zu Hundert Tausend geschätzt.</em></p>
<p>Seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 bis heute wurden und werden zum Christentum übergetretene ehemalige Muslime ohne Angabe von Gründen verhaftet, ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten, misshandelt und gefoltert. Viele Apostaten wurden und werden von Angehörigen staatlicher Organisationen, wie den Basij und den „Wächtern der Islamischen Revolution“ (Pasdaran) eingeschüchtert, angegriffen und misshandelt, mehrere gelten nach Verhaftung als „verschwunden“, so die IGFM.</p>
<p><strong>Religionslosigkeit und fast alle Religionen de facto verboten. </strong>In der Islamischen Republik Iran werden neben dem Islam nur Christen, Juden und Zoroastrier als Religionsgemeinschaften offiziell anerkannt, wenn auch mit stark eingeschränkten Rechten in verschiedenen Rechtsbereichen. Dazu gehört eine Reihe von Einschränkungen bei der Religionsausübung. Auch wurden in den vergangenen Jahren mehrere Kirchen geschlossen oder in der Ausübung der Gottesdienste stark eingeschränkt.</p>
<p>Alle anderen Religionen sind &#8211; ebenso sowie <em>Religionslosigkeit </em>- de facto verboten. <em>Besonders stark verfolgt wird die rund 150-300.000 Mitglieder zählende größte nichtmuslimische Minderheit des Iran, die Baha&#8217;i, </em>die praktisch rechtlos sind. Selbst die islamische Minderheit der Sunniten darf in Teheran keine Moschee eröffnen.    <em> IGFM &#8211; HJE</em></p>
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		<title>IGFM: &#8220;Gleiche Menschenrechte für alle!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 18:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Josef</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Gleiche Menschenrechte für alle]]></category>
		<category><![CDATA[IGFM]]></category>

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		<description><![CDATA[Die IGFM (Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Frankfurt a.M. ) lädt zur 38. Jahresversammlung am 27./28. März 2010 in  D-53175 Bonn, Gustav-Stresemann-Institut e.V, Langer Grabenweg 68, ein. Diese steht unter dem Motto &#8220;Universalität der Menschenrechte – Gleiche Menschenrechte für alle!&#8221; Es kommen Menschenrechtler aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Mittelamerika zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, sich kennenzulernen und Aktionen zu entwickeln. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die IGFM</em> (Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Frankfurt a.M. ) lädt zur 38. <strong>Jahresversammlung am 27./28. März 2010 in  D-53175 Bonn,</strong> Gustav-Stresemann-Institut e.V, Langer Grabenweg 68, ein. Diese steht unter dem Motto <strong>&#8220;Universalität der Menschenrechte – Gleiche Menschenrechte für alle!&#8221;</strong> Es kommen Menschenrechtler aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Mittelamerika zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, sich kennenzulernen und Aktionen zu entwickeln. In den Arbeitskreisen China, Iran, Kuba, Religionsfreiheit und Ägypten wird die jeweilige Situation mit sachkundigen Experten und Zeugen erörtert. <em><a href="http://www.igfm.de/Universalitaet-der-Menschenrechte-Gleiche-Menschenrechte-fuer.1375.0.html">Mehr Info und Anmeldung</a></em></p>
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		<title>Haus Gottes oder Haus des Satans?</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 18:06:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Josef</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Religionen]]></category>
		<category><![CDATA[Christenverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Erlöser]]></category>
		<category><![CDATA[Haus Gottes]]></category>
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		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Moschee]]></category>
		<category><![CDATA[Satan]]></category>
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		<category><![CDATA[Teufel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wort Gottes]]></category>

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		<description><![CDATA[Wohnt Gott in von Menschenhand errichteten Gebäuden? Die Antwort gibt uns der Apostel Paulus in seiner Rede auf dem Areopag in Athen: &#8220;Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind&#8230;&#8221; Dann spricht Paulus die Allgegenwart Gottes an: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wohnt Gott in von Menschenhand errichteten Gebäuden? </em>Die Antwort gibt uns der Apostel Paulus in seiner Rede auf dem Areopag in Athen: &#8220;Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind&#8230;&#8221; Dann spricht Paulus <em>die Allgegenwart Gottes</em> an: &#8220;Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art. Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung. Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, <span style="color: #0000ff;">dass überall alle umkehren sollen.</span> Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen <span style="color: #0000ff;">Mann, den er dazu bestimmt und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten auferweckte</span>.&#8221;</p>
<p>Das Neue Testament sagt uns, dass <em>der an Christus glaubende Mensch</em> &#8220;Tempel des lebendigen Gottes&#8221; ist.</p>
<p>Wie passt es dazu, Kirchen, Moscheen, Synagogen, &#8230;, als &#8220;Gotteshäuser&#8221; zu bezeichnen? Gott ist im Sinne seiner Allgegenwart auch dort zugegen; nach den Worten Jesu aber besonders dort, <span style="color: #0000ff;">wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind</span>, &#8220;da bin ich mitten unter ihnen&#8221;. Entscheidend ist nicht, wie eine Religionsgemeinschaft ihren Versammlungsort bezeichnet, sondern in wessen Namen sie zusammenkommt und welcher Geist sie leitet. <em>Welcher Geist ist der Leiter, wenn in einer Kirche mehr politisch-populistisch gepredigt wird? Oder wenn in einer Moschee Hassprediger auftreten?</em></p>
<p>Dazu ein Auszug aus dem Interview von <em>Kirche in Not</em> mit dem koptischen Bischof Anba Damian über die Lage der Christen in Ägypten. <strong>Frage: Woher kommt der Hass mancher Muslime auf die Christen?</strong> &#8220;Das liegt an den Lehrern in den Moscheen. Die Ägypter sind von Natur aus ein friedvolles Volk. Aber die Menschen lernen durchs Hören. Und wenn die Freitagspredigt in der Moschee heiß ist von Hass, dann gehen diese eigentlich friedlichen und einfachen Menschen auf uns los. Es geht also um die Lehre, die von den Imamen gepredigt wird. Ich war zum Beispiel einmal bei einem muslimischen Freund in Ägypten und hörte mir in seiner Moschee die Freitagspredigt an. Ich war entsetzt! Das war keine Predigt, sondern eine Kriegserklärung! Ich frage mich, was das soll! <span style="color: #0000ff;">Wir müssen in die Moschee gehen, um zu beten, und wir müssen sie mit Frieden im Herzen verlassen.&#8221;</span></p>
<p><strong>Was wird in den Moscheen über die Christen gesagt?</strong><br />
&#8220;Das ist ganz unterschiedlich und hängt vom Prediger, vom Imam, ab. Die meisten unter ihnen sind vernünftig und bringen den Menschen das Gebet, das Fasten und die Tugenden bei. Andere jedoch sprühen Hass. Und die Zuhörer können das meist überhaupt nicht einordnen. Manche sind Analphabeten und leicht beeinflussbar. Diese Menschen haben oft keine Schulen besucht und vertrauen nur auf das, was sie mündlich überliefert bekommen. Und sobald diese einfachen Menschen Hasspredigten mitbekommen, reagieren sie entsprechend&#8230;&#8221;</p>
<p>Jesus beurteilt die Gemeinden nach Ihrem Verhalten, danach, ob sie den Willen des Ewigen Vaters erfüllen. Beispiel: Aus dem Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia, Geheime Offenbarung des Johannes 3,7-13:</p>
<p>&#8220;An den Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, sodass niemand mehr schließen kann, der schließt, sodass niemand mehr öffnen kann: <strong>Ich kenne deine Werke, </strong>und ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann. Du hast nur geringe Kraft, und dennoch hast du an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet. Leute aus der <strong>Synagoge </strong>(=Versammlung) <strong>des Satans,</strong> die sich als Juden ausgeben, es aber nicht sind, <strong>sondern Lügner* </strong>- ich werde bewirken, dass sie kommen und sich dir zu Füßen werfen und erkennen, dass ich dir meine Liebe zugewandt habe. Du hast dich an mein Gebot gehalten, standhaft zu bleiben; daher werde auch ich zu dir halten und dich bewahren vor der <span style="color: #0000ff;">Stunde der Versuchung, die über die ganze Erde kommen soll, um die Bewohner der Erde auf die Probe zu stellen. </span>Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit kein anderer deinen Kranz bekommt. Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen und er wird immer darin bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und ich werde auf ihn auch meinen neuen Namen schreiben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.&#8221;</p>
<p style="text-align: right;">*Sie lassen sich vom Satan bestimmen und sind deshalb Lügner und gehören daher auf die Seite des Vaters der Lüge, des Teufels.</p>
<p style="text-align: left;"><em>&#8220;Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt&#8221; </em>- aus Johannes 8,31 bis 8,47:</p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #0000ff;">Da sagte Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten</span>: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und <strong>die Wahrheit wird euch befreien.</strong> Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. <em>Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? </em>Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: <strong>Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; </strong>denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr nicht, was ich sage? Weil ihr nicht imstande seid, mein Wort zu hören. Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge. Mir aber glaubt ihr nicht, weil ich die Wahrheit sage. Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? <strong>Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes; ihr hört sie deshalb nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><em>Kommentar:</em> &#8220;&#8230;er sprach zu den Juden, die an ihn glaubten&#8221;; zuvor hatte er an die &#8220;ungläubigen Juden&#8221; gesprochen: &#8220;Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet. Denn wenn ihr nicht glaubt, dass ICH BIN*, werdet ihr in euren Sünden sterben.&#8221; &#8211; [*ICH BIN ist der dem Mose geoffenbarte Gottesname, und bedeutet, dass der Gott Israels der einzige und wahre Gott ist. In dem Jesus diesen Namen auf sich anwendet, gibt er sich als <strong>einziger und alleiniger Erlöser </strong>aus, auf den hin der ganze Glaube und die ganze Hoffnung Israels gerichtet war. <em>= </em>Fußnote in der Jerusalemer Bibel]</p>
<p style="text-align: left;">Durch seine Rede kamen dann viele zum Glauben (<em>vgl. Johannes 8,30</em>). Diese wollten dann aber nicht einsehen, dass sie nur <em>durch die Wahrheit</em> (= Jesus Christus) freigemacht werden. Sie meinten, die Berufung auf Abraham als ihren Vater genüge bereits. Aber Jesus machte ihnen deutlich, dass sie in Wirklichkeit nicht Abrahams Werke tun, sondern die Werke des Satans (denn: sie wollten Jesus töten!): &#8220;Ihr habt den Teufel zum Vater!&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><em>Bedenken wir: </em>Jesus hat sich nach Pfingsten mit seiner Gemeinde total identifiziert. Als er Saulus von Tarsus, einen glühenden Christenverfolger, auf dem Wege nach Damaskus vom Pferd stürzen ließ, <em>sagte er nicht</em>: <em>&#8220;Saulus, Saulus, warum verfolgst du meine Anhänger?&#8221;</em>, sondern: <strong>&#8220;Warum verfolgst du MICH?&#8221;</strong> &#8211; Sagt Jesus heute einem Christenverfolger <em>nicht das gleiche?</em></p>
<p style="text-align: left;">Heute wird der Begriff  &#8221;Gott&#8221; gern undifferenziert benutzt und der Eindruck der Beliebigkeit erweckt. <em>Beispiele:</em> &#8220;Gott hat viele Namen&#8221; (im Kontext des Hinduismus). Oder:  &#8221;Ich bin ein Teil von Gott&#8221; &#8211; &#8220;Gott ist in mir&#8221; &#8211; &#8220;Er ist in allen Dingen&#8221; (dabei wird leicht die Geschöpflichkeit des Menschen außer acht gelassen und Gott versachlicht). Wer kann über IHN verfügen und wer hat einen direkten Zugang zu IHM? Die Heilige Schrift lehrt uns, dass der einzige Weg zu Gott über seinen Sohn Jesus Christus führt: &#8220;ICH BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch MICH.&#8221;</p>
<p style="text-align: right;"><em>Heinz Josef Ernst</em></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
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